Das Selbstverständnis des Technik-Redakteurs: So erhalten Sie sich die Freude am Beruf

Aufgaben und Rollen des Technik-Redakteurs sind in ständiger Weiterentwicklung. Die Tätigkeitsfelder sind breit, die Ausbildungsmöglichkeiten werden besser, aber auch die Anforderungen steigen. Wer vor 20 Jahren technische Dokumentationen mit Stift, Schere und Klebstoff entworfen hat, muss heute ein ganzes Arsenal an Software und Hardware beherrschen. Ein neuer Fachbeitrag im Werk-„Technische Dokumentation“ beleuchtet die Situation und gibt nützliche Tipps zur Stärkung eines positiven Selbstbilds.

Wurden Sie als Technik-Redakteur nach Nennung Ihres Berufs auch schon mal gefragt, bei welcher Tageszeitung Sie arbeiten? Dann kennen Sie vielleicht das Gefühl, dass die eigene berufliche Tätigkeit oft verkannt und missverstanden wird, selbst im eigenen Unternehmen. Im Werk Technische Dokumentation beleuchtet ein neuer Fachartikel die Entwicklung des Berufsstandes und stellt einige Insider-Tipps zusammen, mit denen der Technik-Redakteur ein positives Selbstverständnis aufbaut und sich bewahrt.

Aktuelle Anforderungsprofile an Technik-Redakteure

In den Anforderungsprofilen der Stellenangebote für Technik-Redakteure wird eine Vielzahl von gewünschten Fähigkeiten und Kompetenzen genannt, die eine Person allein kaum alle gleichzeitig erfüllen dürfte. Dennoch zeigt die folgende Zusammenstellung die große Breite und Vielfalt der Anforderungen, die Arbeitgeber heute stellen.

Fachkenntnisse

  • Qualifikation als Technischer Redakteur
  • Berufserfahrung in der technischen Dokumentation
  • abgeschlossene technische Ausbildung ist wünschenswert
  • abgeschlossenes technisches Studium oder Technikerschule, vorzugsweise Studium „Technische Redaktion“ oder Weiterbildung in diesem Bereich

Sprachliches

  • ausgezeichnete Deutsch- und gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • sehr gute und fehlerfreie Ausdrucksweise in der deutschen Sprache und Grammatik sind zwingend erforderlich
  • Affinität zur Beschreibung komplexer technischer Zusammenhänge
  • Sie sind lösungsorientiert und gleichzeitig routiniert genug, komplexe Kfz-technische Sachverhalte prägnant, verständlich und zielgruppengerecht darzustellen.

Gesetze und Normen

Software

  • Routine im Umgang mit Microsoft Word 2010, der Adobe Creative Suite 4 sowie Doc-To-Help 2012
  • fundierte Kenntnisse im Umgang mit Photoshop, FrameMaker und MS Office
  • Die Anwendung eines Redaktionssystems (Schema ST4) sowie aktueller Dokumenten-Management-Systeme sind von Vorteil.
  • Erfahrungen in HTML/XML sowie im Erstellen von Online-Hilfen
  • weitreichende Kenntnisse im Umgang mit Software, Datenbank- und Internetanwendungen

Persönliches

  • Team- und Kommunikationsfähigkeit
  • Erfahrung im Projektmanagement
  • ausgeprägte Dienstleistungsorientierung
  • Sie besitzen eine ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung sowie Kommunikationsstärke, eine hohe Lernfähigkeit und Teamorientierung.
  • Reisebereitschaft

(Quelle: Die obige Auflistung ist dem jüngsten Update zum Werk „Technische Dokumentation“ entnommen, Autor ist Kornelius R. Böcher).

Technik-Redakteure als Allrounder und Multi-Talente

Je nach Arbeitgeber kommen auf einen Technik-Redakteur neben seinen eigentlichen Aufgaben wie etwa dem Erstellen von Bedienungsanleitungen eine Vielzahl weiterer Neben-Aufgaben hinzu. Das kann so weit führen, dass ein Mitarbeiter, der als Technik-Redakteur eingestellt wurde, zu einer Art „Mädchen für alles“ wird. Gerade in kleineren Unternehmen wird dann erwartet, Aufgaben aus z.B. folgenden Bereichen mit zu übernehmen:

  • Layout
  • Fotografie
  • Grafik und Illustration
  • Desktop Publishing
  • Organisation von Übersetzungen
  • Lektorat
  • Management
  • eigenständige Kunden- und Projektbetreuung
  • Koordination zwischen Grafik und Druck/Produktion
  • Pflege von Redaktions- und Content-Management-Systemen
An der Schnittstelle von Text und Technik – die vielfältigen Aufgaben eines Technik-Redakteurs
Handbuch

Bildquelle: Thinkstock

 

Tipps für eine positivere Eigenwahrnehmung des Berufs Technik-Redakteur

Dass es bei einem so breiten Aufgabenfeld, dass auch ein Allrounder kaum beherrschen kann, auch zu Frust und Demotivation kommen kann, ist nachvollziehbar. Der Autor des oben genannten Fachbeitrags gibt dazu einige wertvolle Tipps, mit Schwierigkeiten im Beruf umzugehen und eine positive Eigenwahrnehmung zu stärken.

Tipp 1: Tragen Sie dazu bei, den Ruf der Technik-Dokumentation zu verbessern. Arbeiten Sie daran, hochwertige, d. h. verständliche, ansprechende, korrekte und zielführende Technik-Dokumentationen zu gestalten. Jede exzellente Dokumentation verhindert Ärger beim Anwender, freut den Leser und baut das Klischee der Technischen Dokumentation als lästiges Übel ein Stückchen mehr ab.

Tipp 2: Wenn Betriebsanleitungen ignoriert werden, muss das nicht Ihr Fehler sein. Selbstkritik ja, Demotivation durch oberflächliches Herummaulen nein. Manche Prozesse lassen sich nun mal besser durch Anfassen, Ausprobieren, „Trial and Error“ usw. verstehen als durch das Nachlesen einer noch so gut gemachten Dokumentation. Gleichwohl ist Ihre Dokumentation notwendig und wichtig.

Tipp 3: Fordern und nutzen Sie Feedback. Von selbst kommt leider meist nur das negative Feedback. Positive Stellungnahmen zu Ihrer Arbeit müssen Sie eher aktiv einholen. Erkundigen Sie sich bei den Supportmitarbeitern, den Kundenbetreuern oder ggf. auch direkt beim Kunden und fragen Sie gezielt nach. Im optimalen Fall haben Sie einen kleinen Fragebogen zu ihren Dokumentationen vorbereitet.

Tipp 4: Bleiben Sie sensibel bei Ihrer Kritik. Was die Begrifflichkeiten von Software, die Benennung von Funktionen und Modulen oder die Wahl der optimalen Bezeichnungen für die Punkte eines Menüs angeht, haben Sie in vielen Fällen das bessere Gespür. Dennoch müssen Sie genau das Ihr Gegenüber, etwa einen Programmierer oder Konstrukteur, nicht spüren lassen. Einsicht und Kooperationsbereitschaft lassen sich nicht ohne Weiteres einfordern. Mit einem sensiblen Vorgehen beim Korrigieren und Anpassen erhalten Sie sich ein angenehmes Betriebsklima.

Der Autor des Fachbeitrags bringt noch einige weitere Tipps mit Beispielen und eine Fülle von Hintergrundinformationen. Zum Abschluss lässt er Mark Twain sprechen mit einem Zitat, das für den Berufsstand des Technik-Redakteurs bezeichnend ist: „Der Unterschied zwischen einem nahezu richtigen Wort und einem treffenden ist groß. Es ist der Unterschied zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz.

Gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt

Die Karrierechenacen für Technik-Redakteure sind prima. Die Stellenangebote boomen in 2013, offenbar schlägt auch hier der Fachkräftemangel bereits durch. Müssen Unternehmen nun befürchten, dass Produkte nicht rechtzeitig an den Kunden geliefert werden können, weil eine normgerechte Dokumentation und Benutzerinformation fehlen?

Auch diesen Fragen geht das aktuelle Update des Werks Technische Dokumentation ausführlich nach. Der Wandel des Berufsbildes sowie die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt und zu erwartende Entwicklungen werden aus Sicht des Technischen Redakteurs, des Arbeitgebers und des Dienstleisters beleuchtet.

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