CE-FAQ: 10 häufige Fragen zur CE-Kennzeichnung

Bereits seit 1995 ist die CE-Kennzeichnung für viele Maschinen verpflichtend. Doch immer noch kursieren über die korrekte Verwendung, Anbringung, deren Zeitpunkt und Form diverse Irrtümer und Missverständnisse. Hersteller und Konstrukteure sollten um das vorgeschriebene Prozedere laut Maschinenrichtlinie, den EG-Binnenmarktrichtlinien und dem Produktsicherheitsgesetz wissen, um eine rechtssichere Kennzeichnung sicherzustellen. Lesen Sie hier die Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen zur CE-Kennzeichnung.

1.     Was bedeutet die Buchstabenkombination CE?

Für die beiden Buchstaben CE kursieren in verschiedenen europäischen Ländern verschiedene Langversionen. Verbreitet ist die Lesart „Communauté Européenne“, daneben gibt es je nach Sprachraum die Varianten „Comunidade Europeia“, „Comunità Europea“ oder „Comunidad Europea“. In all diesen Fällen wird CE gleichbedeutend zu EG für Europäische Gemeinschaft verwendet.

Daneben gibt es verschiedene andere Lesarten. Am verbreitetsten ist die nicht ganz ernst gemeinte Version, dass CE für „China Export“ oder „Chinese Exports“ stünde, was eher als spöttische Anspielung auf die an asiatische Länder gerichteten Plagiatsvorwürfe zu verstehen ist.

2.     Was ist der Unterschied zwischen CE-Zeichen und CE-Kennzeichnung?

Es gibt keinen festgeschriebenen Definitions-Unterschied zwischen den beiden Begriffen. Bis zum Jahr 1993 war die Bezeichnung „CE-Zeichen“ üblich, danach lautet der offiziell verwendete Begriff „CE-Kennzeichnung“: Während CE-Zeichen eher direkt das grafische Symbol (das CE-Logo) meint, schwingt im Begriff CE-Kennzeichnung das gesamte Prozedere bis zur Vergabe des Symbols mit.

3.     Was bedeuten die Zahlen unter der CE-Kennzeichnung?

Die vierstellige Ziffernfolge unterhalb des CE-Logos ist eine Codierung derjenigen Benannten Stelle, die an der Prüfung der Konformität des jeweiligen Produktes beteiligt war. Die Benannte Stelle ist eine neutrale Prüfstelle, die bei der Konformitätsbewertung eines Produktes in einigen Fällen hinzugezogen werden muss. Dies ist nicht bei jedem Produkt vorgeschrieben, daher gibt es CE-Logos mit und solche ohne Nummer.

4.     In welchen Ländern gilt die CE-Kennzeichnung?

Ist für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung gemäß den EU-Richtlinien gefordert, so ist die CE-Kennzeichnung Voraussetzung für ein Inverkehrbringen bzw. die Inbetriebnahme

  • in sämtlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, darüber hinaus
  • in den EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation), das sind die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein und damit
  • in den Teilnehmerstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes.
  • Großbritannien hat die Europäische Union am 1.2.2020 verlassen. Wie lange die CE-Kennzeichnung dort noch gelten wird, ist auch Gegenstand der  aktuellen Verhandlungen über ein Brexit-Abkommen.

5.     Bedeutet die CE-Kennzeichnung, dass das Produkt oder die Maschine in Europa hergestellt worden ist?

Nein, das CE-Symbol lässt keinen Rückschluss darauf zu, wo eine Maschine hergestellt wurde. CE bedeutet lediglich, dass das so gekennzeichnete Produkt den Bestimmungen der anzuwendenden CE-Richtlinien entspricht. Der Ursprungsort des Produktes, der Maschine oder Anlage kann jedoch weit weg und auf einem anderen Kontinent liegen.

6.     Wer muss eine CE-Kennzeichnung anbringen?

Verantwortlich für das ordnungsgemäße Durchführen des Verfahrens zur Konformitätsbewertung mit allen dazu gehörenden Pflichten wie Ermitteln von Risiken oder Erstellen einer Betriebsanleitung bis zur CE-Kennzeichnung ist der Hersteller. Befindet sich der Hersteller nicht in Europa, erfolgt dies durch einen Bevollmächtigten des Herstellers oder durch den Importeur. Importeur ist derjenige, der das Produkt innerhalb der EU in den Verkehr bringt.

Diese Verantwortung des Herstellers kann nicht ohne Weiteres auf eine dritte externe Person oder Stelle abgegeben/delegiert werden. Auch wenn es bei prüfpflichtigen Produktgruppen notwendig ist, eine neutrale Prüfstelle (sogenannte Benannte Stelle) am Verfahren zu beteiligen, bedeutet dies keine Verlagerung von Verantwortlichkeiten, sondern der Hersteller bleibt in voller Eigenverantwortung.

7.     Wann muss eine CE-Kennzeichnung angebracht werden?

Die CE-Kennzeichnung muss grundsätzlich VOR dem ersten Inverkehrbringen eines Produktes angebracht werden. Dies gilt für alle Produkte, die in den Anwendungsbereich einer der CE-Richtlinien fallen. Beispiele sind die Druckgeräterichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie, die Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit von Elektro- und Elektronikprodukten (EMV-Richtlinie) oder die Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen.

Gleichzeitig gilt, dass die CE-Kennzeichnung erst NACH dem Abschluss des Konformitätsbewertungsverfahrens angebracht werden darf. Damit soll gewährleistet sein, dass das Produkt oder die Maschine alle Vorgaben der zutreffenden Richtlinien erfüllt. Als Ausnahme kann gelten, wenn das CE-Logo untrennbar mit dem Produkt verbunden ist, weil es z.B. durch einen Präge- oder Gussprozess direkt auf eine Maschine oder eine Komponente aufgebracht wird.

Es ist NICHT möglich bzw. zulässig, ein Produkt zunächst auf den Markt zu bringen und seine Markfähigkeit zu testen und bei erfolgreicher Markteinführung anschließend ggf. ein Konformitätsbewertungsverfahren inklusive Vergabe einer CE-Kennzeichnung nachzuschieben.

8.     Wo muss die CE-Kennzeichnung angebracht sein?

Das CE-Logo wird in der Regel auf dem Produkt selbst angebracht, alternativ auf einem daran befestigten Schild. Wenn dies nicht möglich ist, z.B. bei Kleinteilen oder bei Sprengstoffen, kann das CE-Logo sich auch auf der Verpackung oder den begleitenden Dokumenten befinden.

Bei größeren Produkten, Maschinen oder Anlagen darf das CE-Logo nicht „irgendwo“ beliebig angebracht sein, sondern es sollte sich in unmittelbarer Nähe der Angaben zum Hersteller oder dessen Bevollmächtigten befinden. Oft gehört das CE-Kennzeichen daher zum Typenschild.

9.     Was ist hinsichtlich der Form des CE-Logos vorgeschrieben?

Es genügt nicht, lediglich die beiden Buchstaben C und E in einer beliebigen Formatierung anzubringen. Das CE-Logo ist ein Bildzeichen mit festem Format, d. h. mit festgesetzten Proportionen, die auch bei Vergrößerung oder Verkleinerung exakt eingehalten werden müssen. Dieses offizielle CE-Symbol (s. Abbildung) kann jeder Hersteller auf den Internetseiten der EU zum CE-Logo herunterladen.

Das offizielle CE-Logo

CE-Zeichen

Bildquelle: http://ec.europa.eu/enterprise/faq/ce-mark.htm

ACHTUNG: Falls Sie die Buchstabenfolge CE in einer Textverarbeitung einsetzen, prüfen Sie unbedingt, ob die von Ihnen verwendete Schriftart das CE-Logo korrekt wiedergibt! Denn einige Schriftarten stellen den Mittelstrich des E etwas verlängert dar, so dass er auf einer Linie mit dem oberen und unteren Ende des E liegt. Dieses fehlerhafte Zeichen wird mit „Chinese Export“ in Verbindung gebracht.

Grafik: Korrekte und falsche CE-Kennzeichnung

Gefälschte CE-Zeichen sind manchmal daran zu erkennen, dass der Mittelstrich des Buchstabens E zu lang ausfällt oder die Buchstaben zu eng stehen.

Offizielles CE-Zeichen und Fälschungen

10.  Was gilt noch für die Art und Weise der Anbringung des CE-Kennzeichens?

Über die Verwendung des offiziellen CE-Symbols hinaus sind folgende Vorgaben zu beachten:

  • Für das CE-Logo gilt eine Mindesthöhe von 5 mm, um eine ausreichende Lesbarkeit sicherzustellen.
  • Eine Größenbeschränkung des CE-Logos nach oben gibt es nicht.
  • Es sind im Prinzip alle Farben erlaubt, solange die Erkennbarkeit/Lesbarkeit gegeben ist.
  • Die Kennzeichnung muss dauerhaft angebracht sein.
  • Auch wenn mehrere EG-Richtlinien für ein Produkt zutreffen und jeweils eine CE-Kennzeichnung vorsehen, darf nur ein einziges CE-Logo angebracht werden.
  • Das Anbringen der CE-Kennzeichnung kann auch außerhalb der Europäischen Union in einem Drittland erfolgen.

Tipp: Auf der oben genannten Seite finden Sie das CE-Symbol in verschiedenen Datei- und Druckformaten wie GIF, JPG, AI (Adobe Illustrator), TIFF, SVG (vektorbasierte Grafik), EPS, CDR (Corel) oder WMF (Windows Meta File).

Alle relevanten Fakten zur CE-Kennzeichnung finden Sie hier.

18 Kommentare

  1. Christian Fichte-Reply
    17. Mai 2018 at 11:49

    Eine Frage zu „Die Kennzeichnung muss dauerhaft angebracht sein.“

    => Reicht es somit nicht aus Aufkleber auf das Produkt zu kleben?

    • CE-Redaktion-Reply
      18. Mai 2018 at 7:36

      Sehr geehrter Herr Fichte,

      vielen Dank für Ihre Frage. Der Blue Guide sagt dazu in Kapitel 4.5.1.4.Grundsätze für die Anbringung der CE-Kennzeichnung:
      „Die CE-Kennzeichnung kann verschieden gestaltet sein (z. B. farblich, in fester Form/als Prägung), solange sie sichtbar und leserlich angebracht wird und die Proportionen eingehalten werden. Die Kennzeichnung muss ferner dauerhaft sein, sodass sie unter normalen Umständen nicht entfernt werden kann, ohne Spuren zu hinterlassen (in einigen Produktnormen ist z. B. ein Abriebtest mit Wasser und Lösungsbenzin vorgesehen). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die CE-Kennzeichnung Bestandteil des Produkts sein muss.“

      Der Leitfaden zur MRL in § 250 Kennzeichnung der Maschinen:
      „Abgesehen von der CE-Kennzeichnung und der ATEX-Kennzeichnung wird in Nummer 1.7.3 keine besondere Form für die Kennzeichnung auf der Maschine festgelegt, sofern sie erkennbar, leserlich und dauerhaft angebracht ist.
      Die Kennzeichnung muss also an einer von außen sichtbaren Stelle an der Maschine angebracht werden und darf nicht hinter oder unter Maschinenteilen versteckt sein.
      Die verwendeten Lettern müssen unter Berücksichtigung der Maschinengröße ausreichend groß dimensioniert sein, sodass sie leicht ablesbar sind.
      Das verwendete Kennzeichnungsverfahren muss so gestaltet sein, dass die Kennzeichnung während der Lebensdauer der Maschine nicht verschwindet, wobei die vorhersehbaren Nutzungsbedingungen zu berücksichtigen sind.
      Wird die Kennzeichnung auf einem Schild angebracht, muss dieses dauerhaft mit der Maschine verbunden sein, vorzugsweise durch Schweißen, Vernieten oder Kleben.“

      Ein (guter) Aufkleber kann also je nach Art des Produkts reichen, bei Verwendung im Freien oder in schwieriger Umgebung ist das aber u.U. nicht ausreichend.

      Beste Grüße

      Stephan Grauer

  2. 28. August 2019 at 7:40

    Ich habe folgende Frage.
    Ich habe einen bestimmten Artikel importiert. Hierfür gibt es in DE auch das CE Zeichen und die Konformitätserklärung.
    Nun ist es so das der Hersteller wohl für den USA Markt diese Artikel nur mi dem FCC Zeichen versieht. Mein Händler aus China hat mir statt mit CE Zeichen nun die mit FCC Zeichen geschickt. Diese wurden natürlich vom Zoll beanstandet. Aber die Modell Nummer ist auf der FCC und auf der CE Konformitätserklärung gleich. Diese ist auch auf dem Produkt selber eingestanzt. Ist es möglich in diesem Fall das CE Zeichen mit Hilfe von Aufklebern nachzurüsten. Es ist das selbe Produkt. Der Hersteller hat schlicht und einfach mal behauptet es handele sich hierbei um Fälschungen, was überhaupt nicht stimmt. Da jeder Artikel eine Serien Nummer hat welche sogar gültig ist.

    Wenn ich dem Zoll oder ggfls. später dem Gericht die Konformitätserklärung zu dem Produkt ( gleiche Modellnummer ) vorlege und die Aufkleber nachrüste, ist sowas zulässig ?

    • CE-Redaktion-Reply
      28. August 2019 at 10:40

      Sehr geehrter Nutzer,

      vielen Dank für diese Nachricht.
      Dabei handelt es sich aber nicht um einen Kommentar zu diesem Fachbeitrag, sondern um eine ganz konkrete Beratungsanfrage für einen Einzelfall, die ein CE-Experte bearbeiten muss.
      Gerne können Sie sich über unser Formular zur individuelle Beratung unter https://www.weka-manager-ce.de/individuelle-beratung/ mit konkreten Angaben zu diesem Fall an uns wenden.

      Mit freundlichen Grüßen, Ihre CE-Redaktion

  3. Katharina-Reply
    11. März 2020 at 13:46

    Liebe CE-Redaktion,

    ich habe folgende Frage:
    Wenn sich durch Brexit und Co. das CE-Kennzeichen ändert auf dem Produkt, muss dies bei einer Behörde in Deutschland angegeben bzw. bekanntgegeben werden, wenn man nur Händler und nicht Hersteller ist?
    Vielen Dank für eine Antwort.

    Beste Grüße
    Katharina

    • CE-Redaktion-Reply
      11. März 2020 at 14:58

      Sehr geehrte Katharina,
      vielen Dank für Ihre Anfrage. Wie genau das Thema CE-Kennzeichnung und Brexit weitergeht, ist noch offen.
      Seit dem 31.1.2020 gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2020. Bis dahin bleibt alles erst mal wie bisher.
      Was genau dann sein wird, hängt von den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien ab.
      Da ist der Ausgang aber noch völlig ungewiss.

      Siehe auch: https://www.wuerzburg.ihk.de/brexit.html

      An der CE-Kennzeichnung im Rahmen des Binnenmarktes der EU wird sich nichts ändern. Eine Frage wird sicherlich sein, welchen Vorschriften die Produkte genügen müssen, die ab 2021 aus der EU nach Großbritannien exportiert werden. Möglich, dass diese eine besondere Kennzeichnung benötigen, z.B. UKCA (https://www.gov.uk/guidance/prepare-to-use-the-ukca-mark-after-brexit ) benötigen – aber das ist wie gesagt noch völlig offen. Produkte, die von Großbritannien in die EU kommen, werden wahrscheinlich weiter ein CE-Zeichen benötigen – außer in den Verhandlungen bis 2021 wird eine andere Lösung erarbeitet.

      Wie Sie sehen, gibt es aktuell noch keine Antwort auf Ihre Frage.

      Beste Grüße

      Ihre CE-Redaktion

  4. Doris-Reply
    28. Mai 2020 at 9:37

    Sehr geehrte CE-Redaktion,

    gibt es auch eine vorgeschriebene Mindestschriftgröße für die Zahl, die nach dem CE-Zeichen kommt? Muss diese immer gleich groß sein, wie das CE-Zeichen selbst oder darf auch eine kleinere Schriftgröße gewählt werden?

    Herzliche Grüße
    Doris

    • CE-Redaktion-Reply
      28. Mai 2020 at 12:17

      Sehr geehrte Leserin,

      vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Im Blue Guide habe ich dazu nichts spezielles finden können, aber der Leitfaden zur Funkanlagenrichtlinie z.B. schreibt:

      „If a notified body was involved in the conformity assessment procedure according to Annex IV only then, according to Article 20.3 of the RED, the CE marking has to be followed by the identification number of the notified body in the same height as the CE marking.28 This identification number of the notified body shall be affixed by the notified body itself, or under its instructions by the manufacturer or his authorised representative. This identification number consists of four digits.

      28 So when the height of the CE Marking is less than 5 mm, as provided for in Article 19 (2) of the RED, the height of the identification number of the notified body will be also less than 5 mm.”

      D.h. zumindest für die Funkanlagenrichtlinie heißt das: Die Kennnummer der benannten Stelle muss gleich groß geschrieben sein wie das CE-Zeichen.

      Beste Grüße

      Stephan Grauer

  5. Sebastian Mahr-Reply
    20. August 2020 at 5:43

    Guten Morgen,
    ich habe folgende Frage:
    Ist es verpflichtend die CE-Erklärung z.B. über eine Download-Page dauerhaft zur Verfügung zu stellen oder reicht es aus diese auf Anfrage rauszugeben?

    Vielen Dank und besten Gruß
    Sebastian Mahr

    • CE-Redaktion-Reply
      20. August 2020 at 9:23

      Guten Tag, Herr Mahr,
      Stand August 2020 gibt es keine Verpflichtung bzw. Empfehlung, die Konformitätserklärung auf der eigenen oder einer behördlichen Website zur Verfügung zu stellen. Weder im Blue Guide 2016, noch im Beschluss 768/2008/EG oder in der Verordnung (EU) 2019/1020, und auch nicht in den 25 Harmonisierungsrechtsvorschriften, die eine Konformitätserklärung bzw. Leistungserklärung fordern.
      Grundsätzlich gilt: Der Hersteller muss, sofern sein Produkt von einer oder mehreren Harmonisierungsrechtsvorschriften erfasst wird, die eine Konformitätserklärung fordern, diese ausstellen und bei sich aufbewahren. Ob er die Konformitätserklärung dann noch dem jeweiligen Produkt beilegen muss oder nicht, ist in diesen Harmonisierungsrechtsvorschriften geregelt.
      (Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG z.B. fordert die Beigabe einer Kopie der Original-Konformitätserklärung und Aufbewahrung der Original-Konformitätserklärung für mind. 10 Jahre als Bestandteil der Technischen Unterlagen für Maschinen. Die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU hingegen fordert lediglich das Ausstellen einer Konformitätserklärung und deren Aufbewahrung für mind. 10 Jahre, nicht aber die Beigabe zum Produkt. Nach Funkanlagenichtlinie 2014/53/EU muss entweder eine Konformitätserklärung der Funkanlage beigegeben und beim Hersteller aufbewahrt werden oder es kann eine vereinfachte Konformitätserklärung der Funkanlage beugegeben werden, wobei diese dann einen Link auf die Website des Herstellers enthalte muss, wo die vollständige KE heruntergeladen werden kann.)
      Auf Anforderung einer Marktaufsichtsbehörde muss der Hersteller dann die Konformitätserklärung an die Marktaufsichtsbehörde herausgeben.

      Mit freundlichen Grüßen
      CE-Redaktion

  6. Czesch-Reply
    4. November 2020 at 7:36

    Ist eine CE Kennzeichnung und eine E Kennzeichnung z. B. für Autoradios aus China erforderlich? MfG Herr Czesch

    • CE-Redaktion-Reply
      4. November 2020 at 10:41

      Sehr geehrter Herr Czesch,

      die Antwort auf Ihre Frage findet sich – bezüglich der CE-Kennzeichnung – im Blue Guide (Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften der EU 2016), Kapitel 2.4:
      „Die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union gelten, sobald ein Produkt auf dem Unionsmarkt erstmalig bereitgestellt (oder in Betrieb genommen) wird.
      Sie kommen demnach auch für aus einem Drittland importierte gebrauchte Produkte und Produkte aus zweiter Hand zur Anwendung, auch für Produkte, die aus der Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikabfällen hervorgehen, wenn diese erstmalig auf den Unionsmarkt gelangen, nicht jedoch für derartige Produkte, die sich bereits auf dem Markt befinden.
      Dies betrifft auch aus einem Drittland importierte gebrauchte Produkte und Produkte aus zweiter Hand, die hergestellt worden waren, bevor die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union in Kraft traten.

      Das Grundprinzip der EU-Produktvorschriften besagt, dass Produkte ungeachtet ihres Ursprungs den geltenden Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union entsprechen müssen, wenn sie auf dem Unionsmarkt bereitgestellt werden.
      Dies gilt sowohl für in der EU hergestellte Produkte als auch für Produkte aus Drittländern.“

      Wenn die Autoradios unter eine CE-Richtlinie fallen, brauchen sie also auch ein CE-Kennzeichnung, wenn sie in China hergestellt werden.

      Ob es für den Automobilbereich und die e-Kennzeichnung abweichende Regelungen gibt, kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da das außerhalb der CE-Vorschriften liegt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Stephan Grauer

  7. Achim Schulz-Reply
    5. November 2020 at 10:34

    Sehr geehrter Herr Grauer,

    ist eine Aufputzsteckdose für normale Schutkzkontaktstecker (250 V / 16 A) CE-Kennzeichnungspflichtig?
    Nach Niederspannungsrichtlinie an sich nicht, da ja die zutreffende IEC-Norm (60884-1) bzw. Ländernorm 0620-1 / -2 nicht harmonisiert sind und Haushaltssteckvorrichtungen ja generell von der Niederspannungsrichtlinie ausgenommen sind.
    Es käme also nur die RoHS-Richtlinie in Frage.
    Da stellt sich dann aber die Frage, ob diese zutrifft. An sich ist diese Aufputzsteckdose ja nicht verwendungsfertig (muss erst angeschlossen werden), im Gegensatz z.B. zu einem Reiseadapter.
    Kommt es hier drauf an, ob das Produkt letztlich im freien Markt (Großhändler, Baumärkte, etc.) für Endanwender erhältlich ist, oder ob es von Weiterverarbeiterer bezogen wird, welche die Steckdose als Komponente nutzen?

    Wie ist „Komponente“ bzw. „Bauteil“ konkret definiert? Ebenso betrifft dies ja auch Schuko-Stecker (simpler Stecker ohne Leitung), die im Baumarkt erhältlich sind. Wären diese dann CE-Kennzeichungspflichtig?

    Vorab herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    • CE-Redaktion-Reply
      6. November 2020 at 8:35

      Sehr geehrter Herr Schulz,

      Steckdosen 230 V für den Hausgebrauch sind aus dem Anwendungsbereich der Niederspannungsrichtlinie ausgeschlossen.
      Sh. dazu Leitfaden zur Niederspannungsrichtlinie vom November 2016, Seite 79.
      Dagegen fallen folgende Produkte unter die RoHS-Richtlinie:

      – Steckdose, Steckdosenleiste (als Teil, ohne Kabel) als Bauteil
      – Steckdose, Steckdosenleiste mit Kabel (ohne Zusatzfunktion) zum Verbinden von EEG an Steckdose oder von EEG untereinander

      Siehe: EAG-Geräteliste 2020 RoHS Bezug (PDF, 436 KB) des österreichischen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), Seite 28.
      https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:4a2a41b1-c20c-4c72-8451-fae0298b3a13/EAG_Gerateliste_RoHS_2020.pdf

      Und Achtung: Einige Arten elektrischer Betriebsmittel, die in den Geltungsbereich der Niederspannungsrichtlinie fallen, sind dazu bestimmt, dauerhaft in Bauwerke eingebaut zu werden. Daher müssen diese Betriebsmittel ebenfalls den in der Bauprodukteverordnung (EU) Nr. 305/2011 enthaltenen Pflichten entsprechen.

      Siehe dazu Leitfaden zur Niederspannungsrichtlinie vom November 2016, Seite 88.

      Beste Grüße

      Stephan Grauer

  8. Andreas Wey-Reply
    29. November 2020 at 16:32

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir würden gerne Stromkabel aus China in Europa vertreiben. Auf CE angesprochen, antwortet der Hersteller, dies sei nicht nötig, da bereits ein VDE Zertifikat vorliegen würde. Ist diese Aussage richtig oder ist ein CE Zertifikat zusätzlich noch nötigt.
    Vielen Danke für Ihre Hilfe, Andreas Wey

    • CE-Redaktion-Reply
      30. November 2020 at 15:46

      Sehr geehrter Herr Wey,

      vielen Dank für Ihre Frage.

      Ob für Produkte eine CE-Kennzeichnung nötig ist oder nicht, richtet sich danach, ob das Produkt in den Anwendungsbereich einer CE-Vorschrift fällt oder nicht.

      Bei einem Stromkabel könnten das z.B. die Niederspannungsrichtlinie, die EMV-Richtlinie oder die RoHS-Richtlinie sein.

      Siehe z.B. Leitfaden LVD „ANHANG VII BEISPIELE FÜR PRODUKTE, DIE IN DEN ANWENDUNGSBEREICH / NICHT IN DEN ANWENDUNGSBEREICH DER LVD FALLEN“

      Ob ein VDE Zertifikat vorliegt oder nicht, ist für die Frage der CE-Kennzeichnung nicht von Bedeutung.

      Die CE-Kennzeichnung ist auch kein Zertifikat, sondern mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass er die für sein Produkt relevanten CE-Vorschriften eingehalten hat.
      Sie gilt selbstverständlich auch für Produkte aus China, die in Europa vertreiben werden sollen.

      Beste Grüße

      Stephan Grauer

  9. Dirk Maurer-Reply
    1. Dezember 2020 at 8:16

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir sind Hersteller von Industrie-Funkfernsteueranlagen (Sender und Empfänger).
    Normalerweise fertigen wir das Endgerät komplett (inkl. CE usw.) an und vertreiben diese über unseren Vertrieb an die Händler/Lieferanten von z. B. großen Baumaschinen/Kräne.
    Fall: Nun stellen wir die Einzelkomponenten für einen Eigenbau (Gehäuse, Platinen/Funkmodule, Kleinteile usw.) dem Kunden zur Verfügung, damit dieser seine Funkfernsteuerungsanlage in Eigenfertigung bauen kann.
    Frage1: Muss auf jeder einzelnen Platine das CE-Zeichen aufgebracht sein?
    Frage 2: Wer steht als „Hersteller“ auf dem späteren fertigen Produkt (hier nur die Funkfernsteuerungsanlage als Teil der kompletten Bauanlage). Wer bringt dann das CE-Zeichen als Verantwortlicher an?
    – > Ist hier von unserer Seite nur ein Declaration of Conformity (DoC) notwendig in dem wir bescheinigen, dass die Platinen alle entsprechenden Normen einhalten?

    • CE-Redaktion-Reply
      1. Dezember 2020 at 11:12

      Sehr geehrter Herr Maurer,

      vielen Dank für diese Frage. Sie ist nicht ganz einfach zu beantworten:

      Frage1: Muss auf jeder einzelnen Platine das CE-Zeichen aufgebracht sein?
      Das kommt darauf an, ob das jeweilige Produkt unter eine CE-Vorschrift fällt.
      Da kommt zum einen die RED in Betracht:
      Artikel 2 (1) RED:
      Für die Zwecke dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck
      1. „Funkanlage“ ein elektrisches oder elektronisches Erzeugnis, das zum Zweck der Funkkommunikation und/oder der Funkortung bestimmungsgemäß Funkwellen ausstrahlt und/oder empfängt, oder ein elektrisches oder elektronisches Erzeugnis, das Zubehör, etwa eine Antenne, benötigt, damit es zum Zweck der Funkkommunikation und/oder der Funkortung bestimmungsgemäß Funkwellen ausstrahlen und/oder empfangen kann;

      Unter Umständen fallen also bestimmte Bauteile auch schon unter die Funkanlagenrichtlinie. Oder aber, es gelten dafür andere CE-Vorschriften wie RoHS oder die EMV-Richtlinie.
      Bei Platinen ist es mitunter auch eine Spezialfrage von RoHS, ob diese Platinen in den Anwendungsbereich fallen oder nicht.
      Sh. Übersicht RoHS: https://www.bmk.gv.at/…Gerateliste_RoHS_2020.pdf

      Unter Umständen ist aber auch gar keine CE-Vorschrift einschlägig (z.B. Gehäuse?) und Sie müssen hier CE-seitig nichts beachten.

      Frage 2: Wer steht als „Hersteller“ auf dem späteren fertigen Produkt (hier nur die Funkfernsteuerungsanlage als Teil der kompletten Bauanlage). Wer bringt dann das CE-Zeichen als Verantwortlicher an?
      – > Ist hier von unserer Seite nur ein Declaration of Conformity (DoC) notwendig in dem wir bescheinigen, dass die Platinen alle entsprechenden Normen einhalten?

      Das wird in dieser Konstellation derjenige sein, der aus Ihren und ggfs. anderen Teilen ein fertiges Produkt herstellt. Der gilt dann auch als Hersteller und ist für die CE-Kennzeichnung verantwortlich.
      Sie müssen für Ihre Teile die oben (Frage 1) genannten Pflichten ermitteln und erfüllen.

      Wichtig: Um diese Fragen ganz konkret beantworten zu können, muss man das jeweilige Produkt im Einzelfall betrachten und beurteilen. Das ist mir leider nicht möglich, so dass ich nur allgemeine Hinweise geben kann.

      Beste Grüße
      Stephan Grauer

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