CE-FAQ: 10 häufige Fragen zur CE-Kennzeichnung

Bereits seit 1995 ist die CE-Kennzeichnung für viele Maschinen verpflichtend. Doch immer noch kursieren über die korrekte Verwendung, Anbringung, deren Zeitpunkt und Form diverse Irrtümer und Missverständnisse. Hersteller und Konstrukteure sollten um das vorgeschriebene Prozedere laut Maschinenrichtlinie, den EG-Binnenmarktrichtlinien und dem Produktsicherheitsgesetz wissen, um eine rechtssichere Kennzeichnung sicherzustellen. Lesen Sie hier die Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen zur CE-Kennzeichnung.

1.     Was bedeutet die Buchstabenkombination CE?

Für die beiden Buchstaben CE kursieren in verschiedenen europäischen Ländern verschiedene Langversionen. Verbreitet ist die Lesart „Communauté Européenne“, daneben gibt es je nach Sprachraum die Varianten „Comunidade Europeia“, „Comunità Europea“ oder „Comunidad Europea“. In all diesen Fällen wird CE gleichbedeutend zu EG für Europäische Gemeinschaft verwendet.

Daneben gibt es verschiedene andere Lesarten. Am verbreitetsten ist die nicht ganz ernst gemeinte Version, dass CE für „China Export“ oder „Chinese Exports“ stünde, was eher als spöttische Anspielung auf die an asiatische Länder gerichteten Plagiatsvorwürfe zu verstehen ist.

2.     Was ist der Unterschied zwischen CE-Zeichen und CE-Kennzeichnung?

Es gibt keinen festgeschriebenen Definitions-Unterschied zwischen den beiden Begriffen. Bis zum Jahr 1993 war die Bezeichnung „CE-Zeichen“ üblich, danach lautet der offiziell verwendete Begriff „CE-Kennzeichnung“: Während CE-Zeichen eher direkt das grafische Symbol (das CE-Logo) meint, schwingt im Begriff CE-Kennzeichnung das gesamte Prozedere bis zur Vergabe des Symbols mit.

3.     Was bedeuten die Zahlen unter der CE-Kennzeichnung?

Die vierstellige Ziffernfolge unterhalb des CE-Logos ist eine Codierung derjenigen Benannten Stelle, die an der Prüfung der Konformität des jeweiligen Produktes beteiligt war. Die Benannte Stelle ist eine neutrale Prüfstelle, die bei der Konformitätsbewertung eines Produktes in einigen Fällen hinzugezogen werden muss. Dies ist nicht bei jedem Produkt vorgeschrieben, daher gibt es CE-Logos mit und solche ohne Nummer.

4.     In welchen Ländern gilt die CE-Kennzeichnung?

Ist für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung gemäß den EU-Richtlinien gefordert, so ist die CE-Kennzeichnung Voraussetzung für ein Inverkehrbringen bzw. die Inbetriebnahme

  • in sämtlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, darüber hinaus
  • in den EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation), das sind die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein und damit
  • in den Teilnehmerstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes.

5.     Bedeutet die CE-Kennzeichnung, dass das Produkt oder die Maschine in Europa hergestellt worden ist?

Nein, das CE-Symbol lässt keinen Rückschluss darauf zu, wo eine Maschine hergestellt wurde. CE bedeutet lediglich, dass das so gekennzeichnete Produkt den Bestimmungen der anzuwendenden CE-Richtlinien entspricht. Der Ursprungsort des Produktes, der Maschine oder Anlage kann jedoch weit weg und auf einem anderen Kontinent liegen.

6.     Wer muss eine CE-Kennzeichnung anbringen?

Verantwortlich für das ordnungsgemäße Durchführen des Verfahrens zur Konformitätsbewertung mit allen dazu gehörenden Pflichten wie Ermitteln von Risiken oder Erstellen einer Betriebsanleitung bis zur CE-Kennzeichnung ist der Hersteller. Befindet sich der Hersteller nicht in Europa, erfolgt dies durch einen Bevollmächtigten des Herstellers oder durch den Importeur. Importeur ist derjenige, der das Produkt innerhalb der EU in den Verkehr bringt.

Diese Verantwortung des Herstellers kann nicht ohne Weiteres auf eine dritte externe Person oder Stelle abgegeben/delegiert werden. Auch wenn es bei prüfpflichtigen Produktgruppen notwendig ist, eine neutrale Prüfstelle (sogenannte Benannte Stelle) am Verfahren zu beteiligen, bedeutet dies keine Verlagerung von Verantwortlichkeiten, sondern der Hersteller bleibt in voller Eigenverantwortung.

7.     Wann muss eine CE-Kennzeichnung angebracht werden?

Die CE-Kennzeichnung muss grundsätzlich VOR dem ersten Inverkehrbringen eines Produktes angebracht werden. Dies gilt für alle Produkte, die in den Anwendungsbereich einer der CE-Richtlinien fallen. Beispiele sind die Druckgeräterichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie, die Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit von Elektro- und Elektronikprodukten (EMV-Richtlinie) oder die Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen.

Gleichzeitig gilt, dass die CE-Kennzeichnung erst NACH dem Abschluss des Konformitätsbewertungsverfahrens angebracht werden darf. Damit soll gewährleistet sein, dass das Produkt oder die Maschine alle Vorgaben der zutreffenden Richtlinien erfüllt. Als Ausnahme kann gelten, wenn das CE-Logo untrennbar mit dem Produkt verbunden ist, weil es z.B. durch einen Präge- oder Gussprozess direkt auf eine Maschine oder eine Komponente aufgebracht wird.

Es ist NICHT möglich bzw. zulässig, ein Produkt zunächst auf den Markt zu bringen und seine Markfähigkeit zu testen und bei erfolgreicher Markteinführung anschließend ggf. ein Konformitätsbewertungsverfahren inklusive Vergabe einer CE-Kennzeichnung nachzuschieben.

8.     Wo muss die CE-Kennzeichnung angebracht sein?

Das CE-Logo wird in der Regel auf dem Produkt selbst angebracht, alternativ auf einem daran befestigten Schild. Wenn dies nicht möglich ist, z.B. bei Kleinteilen oder bei Sprengstoffen, kann das CE-Logo sich auch auf der Verpackung oder den begleitenden Dokumenten befinden.

Bei größeren Produkten, Maschinen oder Anlagen darf das CE-Logo nicht „irgendwo“ beliebig angebracht sein, sondern es sollte sich in unmittelbarer Nähe der Angaben zum Hersteller oder dessen Bevollmächtigten befinden. Oft gehört das CE-Kennzeichen daher zum Typenschild.

9.     Was ist hinsichtlich der Form des CE-Logos vorgeschrieben?

Es genügt nicht, lediglich die beiden Buchstaben C und E in einer beliebigen Formatierung anzubringen. Das CE-Logo ist ein Bildzeichen mit festem Format, d. h. mit festgesetzten Proportionen, die auch bei Vergrößerung oder Verkleinerung exakt eingehalten werden müssen. Dieses offizielle CE-Symbol (s. Abbildung) kann jeder Hersteller auf den Internetseiten der EU zum CE-Logo herunterladen.

CE-Zeichen

Bildquelle: http://ec.europa.eu/enterprise/faq/ce-mark.htm

ACHTUNG: Falls Sie die Buchstabenfolge CE in einer Textverarbeitung einsetzen, prüfen Sie unbedingt, ob die von Ihnen verwendete Schriftart das CE-Logo korrekt wiedergibt! Denn einige Schriftarten stellen den Mittelstrich des E etwas verlängert dar, so dass er auf einer Linie mit dem oberen und unteren Ende des E liegt. Dieses fehlerhafte Zeichen wird mit „Chinese Export“ in Verbindung gebracht.

10.  Was gilt noch für die Art und Weise der Anbringung des CE-Kennzeichens?

Über die Verwendung des offiziellen CE-Symbols hinaus sind folgende Vorgaben zu beachten:

  • Für das CE-Logo gilt eine Mindesthöhe von 5 mm, um eine ausreichende Lesbarkeit sicherzustellen.
  • Eine Größenbeschränkung des CE-Logos nach oben gibt es nicht.
  • Es sind im Prinzip alle Farben erlaubt, solange die Erkennbarkeit/Lesbarkeit gegeben ist.
  • Die Kennzeichnung muss dauerhaft angebracht sein.
  • Auch wenn mehrere EG-Richtlinien für ein Produkt zutreffen und jeweils eine CE-Kennzeichnung vorsehen, darf nur ein einziges CE-Logo angebracht werden.
  • Das Anbringen der CE-Kennzeichnung kann auch außerhalb der Europäischen Union in einem Drittland erfolgen.

Tipp: Auf der oben genannten Seite sowie auf dieser Seite finden Sie das CE-Symbol in verschiedenen Datei- und Druckformaten wie GIF, JPG, AI (Adobe Illustrator), TIFF, SVG (vektorbasierte Grafik), EPS, CDR (Corel) oder WMF (Windows Meta File).

Alle relevanten Fakten zur CE-Kennzeichnung finden Sie hier.

Hinterlassen Sie einen Kommentar