Für viele Verbraucher sind die Buchstaben CE auf einem Produkt oder dessen Verpackung nur ein ominöses Kürzel. Hintergründe und Bedeutung sind in der Bevölkerung wenig bekannt. Doch für den Hersteller oder den Importeur ist die CE-Kennzeichnung ein verpflichtender Schritt auf dem Weg, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Die CE-Kennzeichnung an einem Produkt gilt als dessen „EU-Reisepass“, da sie den Schlüssel zum Marktzugang im europäischen Wirtschaftsraum darstellt. Der folgende Beitrag erläutert die Rechtsgrundlagen und Grundsätze der CE-Konformitätskennzeichnung und ordnet ihre Rolle im Verfahren zur Konformitätsbewertung ein.

Rechtsgrundlagen der CE-Kennzeichnung

Auch wenn es bisweilen als reine Formalität wahrgenommen wird, die zwei Buchstaben C und E aufzudrucken oder per Aufkleber anzubringen, steht hinter der CE-Kennzeichnung eine zentrale Forderung des europäischen wie des deutschen Maschinen- und Produktsicherheitsrechts. Europäische Rechtsgrundlage ist die Verordnung 765/2008 über die Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten. Diese definiert die CE-Kennzeichnung als Kennzeichnung, „durch die der Hersteller erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind“.

CE-Zeichen

Bildquelle: VO 765/2008

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG beispielsweise befasst sich in Artikel 16 mit der CE-Kennzeichnung und wiederholt im Wesentlichen die Vorgaben der VO 765/2008. Ergänzend kommen Anmerkungen zum Anbringen der Kennnummern Benannter Stellen (s.u.) hinzu.

In Deutschland wird die CE-Kennzeichnung durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) geschützt. § 2 wiederholt sinngemäß die europäische Definition, § 7 bekräftigt die Anforderungen an Sichtbarkeit, Lesbarkeit und Dauerhaftigkeit.

Grundsätze der CE-Kennzeichnung

Bereits in Artikel 30 der VO 765/2008 finden sich allgemeine Grundsätze zur CE-Kennzeichnung:

  1. Nur der Hersteller oder sein Bevollmächtigter darf eine CE-Kennzeichnung anbringen.
  2. Die CE-Kennzeichnung wird nur auf Produkten angebracht, für welche die EU dies vorschreibt. Sie darf auf keinem anderen Produkt angebracht werden.
  3. Durch die CE-Kennzeichnung gibt der Hersteller an, dass er die Verantwortung für die Konformität seines Produkts mit den dafür zutreffenden Vorschriften übernimmt.
  4. Die CE-Kennzeichnung ist die einzige Kennzeichnung, die diese Konformität des Produkts bescheinigt.
  5. Es ist nicht zulässig, weitere Kennzeichnungen, Zeichen oder Aufschriften anzubringen, die mit der Bedeutung oder Gestalt der CE-Kennzeichnung verwechselt werden können.
  6. Bei Missachtung der Vorgaben zur CE-Kennzeichnung sind Sanktionen vorgesehen, die bei schweren Verstößen strafrechtlicher Natur sein können.

Mit der CE-Kennzeichnung bescheinigt der Hersteller, dass das so gekennzeichnete Produkt allen geltenden Vorschriften – insbesondere an Sicherheit und Gesundheitsschutz – entspricht und der vorgeschriebenen Konformitätsbewertung unterzogen wurde. Die CE-Kennzeichnung ist damit kein rein formaler Akt, sondern ein verpflichtender Schritt in einem übergeordneten Prozess, dem Konformitätsbewertungsverfahren.

Der Unterschied zu anderen Kennzeichnungselementen

Im Unterschied zu einigen anderen Kennzeichnungen wie Qualitäts- oder Ökosiegeln ist die CE-Kennzeichnung nicht freiwilliger Natur. Ein Hersteller hat keine freie Wahl, er kann nicht selbst entscheiden, ob er eine CE-Kennzeichnung anbringt oder nicht. Niemand kann durch eine CE-Kennzeichnung nach eigenem Gusto versuchen, sein Produkt aufzuwerten. Entweder fällt das Produkt unter die CE-Kennzeichnungspflicht, dann muss die CE-Kennzeichnung angebracht werden oder für das Produkt gilt keine CE-Kennzeichnungspflicht, dann darf auch keine CE-Kennzeichnung angebracht sein.

Dies ist auch im deutschen Recht so umgesetzt. Laut § 7 ProdSG ist es verboten, ein Produkt auf dem Markt bereitzustellen,

  • wenn es (oder seine Verpackung oder technischen Unterlagen) eine CE-Kennzeichnung trägt, ohne dass diese rechtlich vorgesehen ist.
  • das nicht mit der CE-Kennzeichnung versehen ist, obwohl dies vorgeschrieben ist.

Auch wenn eine Maschine oder ein anderes Produkt unter mehrere europäische Richtlinien fällt, die ebenfalls das Anbringen einer CE-Kennzeichnung vorschreiben, darf die CE-Kennzeichnung nur einmalig angebracht werden. Eine CE-Kennzeichnung bezieht sich dann nicht allein auf die Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen einer bestimmten Richtlinie, sondern besagt, dass das so gekennzeichnete Produkt auch den Anforderungen der anderen Richtlinien entspricht.

CE-Kennzeichnung Schritt für Schritt

Um eine CE-Kennzeichnung anbringen zu dürfen, muss der Hersteller seine Maschine oder ein anderes Produkt einem Konformitätsbewertungsprozess unterziehen und diesen erfolgreich abschließen. Dazu gehören die folgenden Schritte:

1. Schritt: Bestimmungsgemäße Verwendung

Der Hersteller legt die bestimmungsgemäße Verwendung des Produkts fest. Dazu gehört sein Einsatzzweck sowie, welche Personengruppen damit umgehen sollen. Ein elektronisches Messgerät oder eine Atemschutzmaske für den industriellen Einsatz werden eher von Fachleuten verwendet, während ein Haushaltsgerät auch für die Bedienung durch Laien vorgesehen ist. Die bestimmungsgemäße Verwendung und der Einsatzzweck eines Gerätes gehen später in die Technische Dokumentation ein und werden in der Bedienungs- oder Betriebsanleitung genannt.

2. Schritt: Richtlinien ermitteln

Die CE-Kennzeichnung soll dem Produkt später bescheinigen, dass es den produktspezifisch geltenden europäischen Richtlinien entspricht. Daher muss der Hersteller zunächst ermitteln, welche der mehr als 20 Richtlinien, die eine CE-Kennzeichnung für bestimmte Produktkategorien fordern, im konkreten Fall zutreffen. Das kann eine einzige Richtlinie sein wie etwa die Maschinenrichtlinie. Eine Maschine kann aber auch unter den Anwendungsbereich weiterer EU-Richtlinien fallen, z.B. unter die Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit 2014/30/EU.

3. Schritt: Normen anwenden

In Abhängigkeit von den ermittelten Richtlinien sollte der Hersteller diejenigen harmonisierten Normen anwenden, welche die eher allgemein gehaltenen Anforderungen der Richtlinien an die Beschaffenheit des zu kennzeichnenden Produkts konkretisieren. Nur sichere Produkte dürfen in Verkehr gebracht werden. Als sicher gilt ein Produkt, wenn es allen Anforderungen und Bedingungen entspricht, die in den Richtlinien festgeschrieben und im Normenwerk konkretisiert wurden.

Die Vermutung der Konformität

Einem Produkt, das vollständig den Anforderungen der harmonisierten europäischen Normen entspricht, wird die sogenannte „Vermutung der Konformität“ zuerkannt. Gleichwohl ist das Anwenden von Normen juristisch gesehen nicht zwingend verbindlich, es bleibt freiwillig. Ein Hersteller kann theoretisch auch auf andere Art und Weise die Anforderungen an das Sicherheitsniveau seines Produkts gewährleisten, sollte diese dann aber sorgfältig dokumentieren und belegen.

4. Schritt: Das Konformitätsbewertungsverfahren

In diesem zentralen Schritt testet der Hersteller seine Maschine/sein Produkt und überprüft dessen Konformität mit sämtlichen zutreffenden Normen. Dieser Vorgang erfordert das Durchführen einer Risikobeurteilung. Dabei werden sämtliche Gefahren ermittelt, die von dem zu prüfenden Produkt während aller Phasen des Produktlebenszyklus ausgehen können. Mit der Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller, dass sein Produkt den Anforderungen der in dem Dokument genannten Richtlinien entspricht.

Softwareprogramme können beim kompletten Prozess der CE-Kennzeichnung sehr hilfreich sein. Der WEKA Manager CE beispielsweise unterstützt Hersteller bei der Konformitätsbewertung, der Risikobeurteilung und der Dokumentation.

Bei erhöhter Gefährdung unabhängige Benannte Stelle einbinden

Für einige sicherheitstechnisch besonders relevante Produkte wie bestimmte Maschinen oder Komponenten der Persönlichen Schutzausrüstung sehen die jeweiligen Richtlinien zusätzlich ein formales Konformitätsbewertungsverfahren vor. Dazu muss der Hersteller eine Konformitätsbewertungsstelle, die sogenannte notifizierte oder „Benannte Stelle”, einschalten. Diese Benannte Stelle soll das Produkt, dessen Konstruktion und Herstellung kompetent, objektiv und diskret beurteilen und ggf. die Konformität bestätigen.

Logo der Deutschen Akkreditierungsstelle

Logo der Deutschen Akkreditierungsstelle

Bildquelle: Wikipedia

Benannte Stellen sind z.B. Prüflabore oder andere sogenannte berechtigte dritte Stellen, die in das Konformitätsbewertungsverfahren eingebunden werden. Sie werden in jedem EU-Land durch die nationalen Behörden ermächtigt und der EU-Kommission „benannt“. In Deutschland ist die nationale Akkreditierungsstelle (DAkkS) zuständig für die Überwachung aller Zertifizierungs-, Prüf- und Inspektionsstellen.

5. Schritt: Technische Dokumentation

Zu jedem Produkt, das eine CE-Kennzeichnung erfordert, gehört eine Technische Dokumentation. Diese besteht i. d. R. aus mehreren Dokumenten wie Betriebsanleitung, Gebrauchsanweisung, ggf. Montageanleitung, Baumusterbescheinigung, Schaltplan usw. Der Hersteller muss diese technische Dokumentation zur Einsicht bereithalten und auf Anfrage zusammen mit der Konformitätserklärung jederzeit den zuständigen Behörden vorlegen können. Die Dokumente dienen ihm als Nachweis, dass sein Produkt den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen genügt. Auch die Konformitätserklärung ist Teil dieser Dokumentation.

6. Schritt: CE-Kennzeichnung

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Konformitätsbewertungsverfahrens, aber vor dem Inverkehrbringen muss der Hersteller das CE-Kennzeichen anbringen. Bei Maschinen wird das CE-Zeichen i. d. R. dem Typenschild hinzugefügt. Ist dies bei einem Produkt nicht möglich, kann das CE-Symbol ausnahmsweise auch auf der Verpackung bzw. in den begleitenden Dokumenten gezeigt werden.

Häufige Irrtümer zur CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung

  • ist kein Herkunftsnachweis. Sie besagt nicht, dass das so gekennzeichnete Produkt in Europa entwickelt und/oder hergestellt wurde. Aufgrund der CE-Kennzeichnung allein und ohne Angaben zum Hersteller lässt sich keine Aussage zum Ursprung oder Herstellungsort eines Produkts treffen.
  • stellt kein Gütesiegel oder Wertmerkmal dar im Sinne einer Qualitätsauszeichnung für ein besonders hochwertiges Produkt.
  • bedeutet nicht, dass die Sicherheit des Produkts von einer unabhängigen Stelle getestet worden wäre oder unabhängige Prüfungen erfolgreich durchlaufen hätte (Ausnahme: wenn eine Benannte Stelle einbezogen wurde).
  • bedeutet nicht, dass das so gekennzeichnete Produkt von einer europäischen oder nationalen Behörde geprüft und freigegeben wurde (Ausnahme: wenn eine Benannte Stelle einbezogen wurde).

Antworten auf häufige Fragen zur CE-Kennzeichnung

Wofür genau steht CE?

Für die Langfassung der beiden Buchstaben CE kursieren in verschiedenen europäischen Ländern unterschiedliche Versionen. Verbreitet ist die Lesart „Communauté Européenne“, daneben gibt es je nach Sprachraum die Varianten „Comunidade Europeia“, „Comunità Europea“ oder „Comunidad Europea“. In all diesen Fällen wird CE gleichbedeutend zu EG für Europäische Gemeinschaft verwendet.

Die Lesart, dass CE für „China Export“ oder „Chinese Exports“ stünde, ist eher als spöttische Anspielung zu den an vornehmlich asiatische Länder gerichteten Plagiatsvorwürfen gemeint. Der früher in Deutschland eine Zeit lang verwendete Terminus „EG-Zeichen“ gilt als veraltet.

Welche Produkte benötigen eine CE-Kennzeichnung?

Für jede Maschine und jedes sonstige Produkt, für das die europäischen Richtlinien eine solche Kennzeichnung vorsehen, ist die Kennzeichnung verpflichtend. Gemäß der „neuen“ Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) müssen seit 2009 auch Sicherheitsbauteile, Lastaufnahmemittel, Ketten, Seile und Gurte und abnehmbare Gelenkwellen eine CE-Kennzeichnung im Sinne der Maschinenrichtlinie erhalten.

In welchen Ländern gilt die CE-Kennzeichnung?

Ist für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung gemäß den EU-Richtlinien erforderlich, so ist diese Kennzeichnung Voraussetzung für ein Inverkehrbringen bzw. die Inbetriebnahme

  • in sämtlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, darüber hinaus
  • in den EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation), das sind die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein und damit
  • in den Teilnehmerstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Als gesetzlich vorgeschriebene Anforderung gilt die CE-Kennzeichnung somit bis auf wenige Balkanstaaten in ganz Europa, aber auch ausschließlich in Europa. Für Staaten ausschließlich des Europäischen Wirtschaftsraums gelten andere Vorschriften und Marktzugangsvoraussetzungen.

Wer vergibt die CE-Kennzeichnung?

Verantwortlich für das ordnungsgemäße Durchführen des Verfahrens zur Konformitätsbewertung mit allen dazu gehörenden Pflichten vom Ermitteln der Risiken über das Erstellen einer Betriebsanleitung bis zur CE-Kennzeichnung ist der Hersteller. Befindet sich der Hersteller nicht in Europa, erfolgt dies durch einen Bevollmächtigten des Herstellers oder durch den Importeur. Importeur ist derjenige, der das Produkt innerhalb der EU in den Verkehr bringt.

Der Hersteller kann bestimmte Schritte im Konformitätsbewertungsverfahren an externe Dienstleister auslagern, die z.B. eine Risikobeurteilung durchführen oder die Betriebsanleitung erstellen. Doch die grundsätzliche Verantwortung des Herstellers für die CE-Kennzeichnung kann nicht ohne Weiteres auf eine dritte Person oder Stelle abgegeben oder delegiert werden. Auch wenn es bei prüfpflichtigen Produktgruppen notwendig ist, eine neutrale Prüfstelle (sogenannte Benannte Stelle, s.o.) am Verfahren zu beteiligen, bedeutet dies keine Verlagerung von Verantwortlichkeiten, sondern der Hersteller bleibt in voller Eigenverantwortung.

Wann muss die CE-Kennzeichnung angebracht werden?

Maßgeblich für das Anbringens der CE-Kennzeichnung ist der Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens. Laut Artikel 5(1) der Maschinenrichtlinie muss der Hersteller oder sein Bevollmächtigter die CE-Kennzeichnung vor dem Inverkehrbringen und/oder der Inbetriebnahme einer Maschine anbringen. Das Anbringen der CE-Kennzeichnung kann auch außerhalb der Europäischen Union in einem Drittland erfolgen.

Wie muss das CE-Kennzeichen beschaffen sein werden?

Artikel 16 der Maschinenrichtlinie macht drei Vorgaben zur Beschaffenheit der CE-Kennzeichnung:

  • Die CE-Kennzeichnung besteht aus den Buchstaben „CE“ und zwar in Großbuchstaben. Das Schriftbild muss der Abbildung in Anhang II der VO 765/2008 bzw. Anhang III der Maschinenrichtlinie entsprechen.
  • Die CE-Kennzeichnung muss laut Artikel 16(2) der Maschinenrichtlinie „sichtbar, leserlich und dauerhaft auf dem Erzeugnis“ angebracht sein. Das bedeutet, die Kennzeichnung muss so angebracht sein, dass sie bei bestimmungsgemäßem Einsatz der Maschine nicht zerstört oder verschlissen wird.
  • Auf der Maschine oder einem anderem Produkt dürfen keine weiteren Aufschriften, Aufkleber oder sonstige Kennzeichnungen zusätzlich angebracht werden, die mit der CE-Kennzeichnung verwechselt werden könnten oder die die Sichtbarkeit, Lesbarkeit oder Bedeutung der CE-Kennzeichnung beeinträchtigen.

Als Mindesthöhe für die CE-Kennzeichnung legt die Maschinenrichtline 5 mm fest. Diese Höhe sollte nur in Ausnahmefällen bei sehr kleinen Maschinen unterschritten werden. Eine Größenbeschränkung des CE-Zeichens nach oben gibt es nicht. Die Verwendung bestimmter Farben ist nicht vorgeschrieben. Entscheidend ist bei der Farbwahl, dass Erkennbarkeit und Lesbarkeit stets gegeben sind. Die Farbe der Kennzeichnung sollte daher mit der Hintergrundfarbe deutliche Kontraste und Helligkeitsunterschiede bilden.

Die CE-Kennzeichnung ist ein Bildzeichen mit festem Format. Optische Veränderungen oder Verzerrungen des Zeichens sind daher nicht zulässig. Auch bei verkleinerten oder vergrößerten Abbildungen der CE-Kennzeichnung müssen die Proportionen stets dem in Anhang II der VO 765/2008 und Anhang III der Maschinenrichtline gezeigten Schriftbild entsprechen.

Sofern die oben in Punkt 3 genannten Kriterien erfüllt sind, dürfen gemäß VO 765/2008 weitere Kennzeichnungen angebracht werden, wenn diese zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beitragen und wenn sie nicht von gemeinschaftlichen Harmonisierungsrechtsvorschriften erfasst werden.

Was bedeutet die Zahl neben dem CE-Symbol?

Wenn eine notifizierte Stelle in der Phase der Fertigungskontrolle tätig war, muss der CE-Kennzeichnung gemäß § 7(4) ProdSG eine Ziffernfolge hinzugefügt werden. Diese Ziffernfolge entspricht der vierstelligen Kennnummer der Benannten Stelle, die in diesem Fall in das Verfahren zur Konformitätsbewertung eingebunden war. Die Zuordnung dieser Kennnummern ist öffentlich und damit ist jederzeit rückverfolgbar, welche Stelle an den Sicherheitsprüfungen einer Maschine oder eines anderen Produkts beteiligt war. Der Zugang zu diesen Informationen erfolgt über die zentrale Datenbank Nando (New Approach Notified and Designated Organisations), in der alle europäischen Benannten Stellen anhand ihrer Kennnummer gefunden werden.

Wo und wie muss das CE-Kennzeichen angebracht sein?

Das CE-Zeichen wird in der Regel auf dem Produkt selbst angebracht, alternativ auf einem daran befestigten Schild. Wenn dies nicht möglich ist, z.B. bei Kleinteilen oder bei Sprengstoffen, kann das CE-Zeichen sich auch auf der Verpackung oder den begleitenden Dokumenten befinden.

Bei größeren Produkten, Maschinen oder Anlagen darf das CE-Zeichen nicht „irgendwo“ beliebig angebracht sein, sondern es sollte sich in unmittelbarer Nähe der Angaben zum Hersteller oder dessen Bevollmächtigten befinden. In der Regel gehört das CE-Kennzeichen daher zum Typenschild. Damit ist auch die Forderung erfüllt, dass die CE-Kennzeichnung „in der gleichen Technik“ wie die Angabe zum Hersteller ausgeführt sein muss.

Typenschild Muster Aufschriften

CE-Kennzeichnung auf dem Typenschild eines Elektrowerkzeugs für Heimwerker (Bild: Kring)

Wie lange gilt eine CE-Kennzeichnung?

Die Gültigkeit einer CE-Kennzeichnung ist nicht befristet. Es ist auch keine Überprüfung in einem bestimmten Turnus vorgesehen, wie es z.B. für die Hauptprüfung von Kraftfahrzeugen vorgeschrieben ist.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Fehlen einer Prüffrist sich lediglich auf die Überprüfung der vom Hersteller angebrachten CE-Kennzeichnung bezieht. Der Betreiber einer CE-gekennzeichneten Maschine muss diese – genauso wie jedes andere Arbeitsmittel – regelmäßig sicherheitstechnisch prüfen bzw. prüfen lassen. Diese Prüfpflicht hat ihre Grundlage jedoch in der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für seine Beschäftigten, damit im Arbeitsschutzrecht und unabhängig vom Maschinen- oder Produktsicherheitsrecht.

Was ist der Unterschied zwischen CE-Symbol und CE-Kennzeichnung?

Es gibt keine definierte Unterscheidung zwischen CE-Symbol, CE-Zeichen, CE-Logo oder CE-Kennzeichnung. Bis in die 90er Jahre war die Bezeichnung „CE-Zeichen“ üblich. Inzwischen gilt „CE-Kennzeichnung“ als die offiziellere oder korrekte Formulierung, weil auch die deutsche Übersetzung der Maschinenrichtlinie diesen Begriff verwendet. Während CE-Zeichen und CE-Symbol eher direkt die grafische Darstellung der beiden Buchstaben meinen, schwingt im Begriff CE-Kennzeichnung das gesamte Prozedere bis zur Vergabe des Symbols mit.

Welche Rechtsfolgen drohen bei fehlender CE-Kennzeichnung?

Wird eine CE-Kennzeichnung nachweislich gefälscht oder missbräuchlich verwendet, greift das Strafrecht der EU-Mitgliedstaaten und die dort jeweils vorgesehenen Sanktionen. Fehler, Mängel und Versäumnisse bei den Vorschriften zur CE-Kennzeichnung können von den Behörden als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit Bußgeldern belegt werden. In Deutschland sieht das Produktsicherheitsgesetz Bußgelder bis zu 100.000 Euro vor.

Ein fehlendes oder gefälschtes CE-Kennzeichen gilt als mangelhaft. Der Käufer eines solchen Produkts kann daher Gewährleistungsansprüche an den Verkäufer stellen. Dazu können finanzielle Schäden durch Rückrufaktionen kommen. In Schadensfällen kann zudem der Geschädigte Haftung durch schuldhaftes Verhalten geltend machen und ggf. Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern.

Woran erkenne ich ein gefälschtes CE-Symbol?

Immer wieder werden Fälschungen und missbräuchliche Verwendungen der CE-Kennzeichnung entdeckt. Ein gefälschtes CE-Zeichen lässt sich manchmal schon an einem geringeren Abstand der beiden Buchstaben erkennen oder daran, dass der Mittelstrich des E etwas zu lang geraten ist.

Korrektes CE-Zeichen

Korrektes CE-Zeichen

Nützliche Dokumente und Links zur CE-Kennzeichnung

Verordnung (EG) Nr. 765/2008 von 2008 über die Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten

Eine Liste der CE-Richtlinien
http://www.newapproach.org/Directives/DirectiveList.asp

Das offizielle CE-Symbol zum Download in den Grafikformaten PNG, GIF und JPG
https://ec.europa.eu/growth/single-market/ce-marking_de

Eine EU-Datenbank aller Benannten Stellen (Notified Bodies) mit dem Namen Nando (New Approach Notified and Designated Organisations) Information System
http://ec.europa.eu/growth/tools-databases/nando/

Eine Datenbank der DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) zu den akkreditierten Stellen
https://www.dakks.de/node/666

 

 

 

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