Maschinen benötigen eine eindeutige und vollständige Kennzeichnung. Daher tragen sie das sogenannte Typenschild, den „Ausweis“ eines technischen Produktes. Es informiert den Käufer, Anwender, Benutzer etc. über Hersteller, Baujahr und CE-Konformität und liefert wichtige technische Angaben wie etwa Leistungsdaten und Sicherheitshinweise. Alle Produkte und Maschinen, die unter die Maschinenrichtlinie fallen, müssen über eine Kennzeichnung mit einem Typenschild verfügen.

Ein Typenschild an einer Maschine dient dem Zweck einer eindeutigen Kennzeichnung. Mit dem Typenschild wird ein Produkt, eine Maschine oder eine Anlage eindeutig identifiziert und kann einem Hersteller oder Importeur zugeordnet werden.

Typenschild einer Dopppelschleifmaschine
Typenschild Doppelschleifmaschine nach Maschinenrichtlinie

Bildquelle: Friedhelm Kring, Redaktionsbüro BIOnline

Diese Angaben gehören aufs Typenschild

Als Mindestanforderungen an die Informationen auf einem Typenschild gelten:

  • die Bezeichnung der Maschine
  • der Firmenname und die vollständige Anschrift des Herstellers oder ggf. dessen Bevollmächtigten in der Europäischen Gemeinschaft
  • die CE-Kennzeichnung/das CE-Symbol
  • die Bezeichnung der Baureihe oder des Typs, ggf. die Seriennummer
  • die wichtigsten technischen Daten entsprechend der angewendeten Normen
  • das Baujahr

Als Baujahr gilt das Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde.

Das CE-Zeichen muss erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft angebracht sein. An jeder Maschine darf nur jeweils einige einzige CE-Kennzeichnung angebracht werden. Dies gilt auch für den Fall, dass mehrere EG-Richtlinien für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung vorsehen.

Hinweis: Normalerweise sollte das CE-Zeichen erst nach Abschluss des Konformitätserklärung-Muster angebracht werden, also am Ende der Produktionsphase. Befindet sich die CE-Kennzeichnung auf dem Typenschild, welches erst nach der abschließenden Inspektion der Maschine angebracht wird, lässt sich dieser Grundsatz leicht einhalten. Es kann jedoch Fälle geben, bei denen die CE-Kennzeichnung (z.B. durch Prägen oder Gießen) ein untrennbarer Bestandteil des Produkts oder einer seiner Komponenten ist. In diesen Fällen kann das CE-Zeichen ausnahmsweise auch in früheren Stadien der Produktion angebracht werden. Diesen und weitere Hinweise finden Sie im Werk Produktsicherheit in Europa.

Muster eines Typenschilds mit entsprechenden Aufschriften (Beispiel für eine Tauchsäge)
Typenschild Muster Aufschriften

Bildquelle: Friedhelm Kring, Redaktionsbüro BIOnline

Weitere Angaben je nach Produkt und Besonderheiten

Zu den oben genannten Mindestangaben können je nach den Besonderheiten der Maschine weitere Informationen hinzukommen. Bei Elektrogeräten und Elektrowerkzeugen sind dies z. B. Angaben zur Spannung und Frequenz, Leistung, Stromaufnahme, IP-Schutzart, Schutzklasse, Nenndrehzahl o. ä., bei einem Heizkessel ist die Gasart angegeben usw.

Auch Symbole zu Sicherheitshinweisen werden oft angebracht. etwa zur Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung. Bei bestimmten technischen Produktgruppen schreiben die jeweiligen Produktnormen zum Teil recht dezidiert vor, welche Informationen und Angaben ein Typenschild enthalten muss.

Die technische Ausführung der Typenschilder

Typenschilder sollten den Aufgabenbereichen der jeweiligen Maschine angemessen sein, also widerstandsfähig gegen die mechanischen und chemischen Belastungen beim Einsatz. Auch den zu erwartenden Einflüssen von Licht, Hitze, Kälte, Witterung usw. muss ein Typenschild standhalten. Materialien und Ausführung sollte so beschaffen sein, dass alle Angaben bei üblichen Betriebsbedingungen dauerhaft lesbar bleiben. Typenschilder werden daher oft aus eloxiertem Aluminium oder Edelstahl, manchmal auch aus Kunststoff hergestellt.

Die jeweiligen Informationen werden eingeprägt, eingeätzt, eingraviert oder aufgedruckt. Hier gilt es, die geeigneten Materialien und Methoden passend zur Maschine auszuwählen. Geprägte Typenschilder haben den Vorteil, dass sie auch bei Verschmutzungen eher lesbar bleiben. Eloxierte Typenschilder sind kratz- und schlagfest und auch für raue Einsatzbedingungen geeignet. Form und Oberflächenbeschaffenheit (matt oder glänzend) von Typenschildern sind frei wählbar.

Typenschild übersetzen?

Oft taucht die Frage auf, ob die Angaben auf einem Typenschild in die jeweilige Amtssprache des Kunden übersetzt werden müssen. Dies ist für das Typenschild selbst nicht der Fall. Gleichwohl gilt die Forderung an die Übersetzung in die Sprache des Empfänger- bzw. Verwenderlandes jedoch nach wie vor für alle Warn- und Sicherheitshinweise, die auf der Maschine angebracht werden!

Achtung: Wenn Sie für ältere Maschinen Nachrüst-Kits oder Umbau-Sets liefern, mit denen vorhandene Maschinen modifiziert und umgerüstet werden, so kann es sein, dass auch ein neues und aktualisiertes Typenschild notwendig wird. Allein schon deshalb, damit der Anwender – z. B. bei der Lieferung von Ersatzteilen – stets die korrekten Angaben parat hat.

Mit Hilfe der Software CE-Elektrotechnik gehen Sie nicht nur die Schritte der CE-Kennzeichnung nach Niederspannungsrichtlinie systematisch und einfach durch. Sie haben auch die Möglichkeit, Vorlagen zu nutzen, mit denen Sie formal korrekte Typenschilder und Konformitätserklärungen erstellen.

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