Sicherheit gewährleisten mit trennenden Schutzeinrichtungen

Sogenannte trennende Schutzeinrichtungen sind ein wesentliches Element in der sicherheitstechnischen Konzeption von Maschinen. Immer dann, wenn bewegliche Teile, heiße Oberflächen oder andere Gefährdungen wie ein Herausschleudern von Gegenständen drohen, dienen technische Sperren als physische Barriere zum Schutz des Maschinenbedieners. Gleichzeitig sollen trennende Schutzeinrichtungen die Bedienung einer Maschine möglichst wenig erschweren. Die Maschinenrichtlinie nennt weitere Anforderungen.

Nicht immer ist es möglich, Maschinen so zu konstruieren, dass alle Gefahren ausgeschlossen werden. In diesen Fällen sind bereits bei der Konstruktion technische Schutzeinrichtungen vorzusehen. Sie sind in der Regel zwischen dem Bediener der Maschine und dem gefährlichen Maschinenteil angeordnet und sollen Verletzungsgefahren minimieren.

Schutzeinrichtungen an Maschinen gibt es in verschiedenen Varianten: trennende und nichttrennende, bewegliche und feststehende, einstellbare und verriegelte u. a. Entscheidend ist immer die Wirksamkeit des angestrebten Schutzes unter den konkreten Einsatzbedingungen.

7 Grundanforderungen an Schutzeinrichtungen

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG nennt die folgenden sieben grundlegenden Anforderungen an trennende Schutzeinrichtungen. (Die kursiv gesetzten Textteile entsprechen dem Wortlaut der Maschinenrichtlinie.)

Trennende und nichttrennende Schutzeinrichtungen

  1. müssen stabil gebaut sein.
    Die ausreichende Festigkeit muss bei allen vorgesehenen Verwendungsbedingungen Schutz bieten. Bei der Gefahr des Herausschleuderns oder Herabfallens von Gegenständen ist eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit notwendig.
  2. müssen sicher in Position gehalten werden.
    Bei sich bewegenden Maschinenteilen z. B. ist das Verletzungsrisiko vom Abstand zwischen der Schutzeinrichtung und dem Maschinenteil abhängig.
  3. dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen verursachen.
    Damit sind Fälle gemeint, wie dass z. B. durch Öffnen und Schließen von beweglichen Schutzgittern keine Quetschgefahren entstehen dürfen.
  4. dürfen nicht auf einfache Weise umgangen oder unwirksam gemacht werden können.
    Verriegelungssysteme dürfen z. B. nicht einfach ausgehebelt werden. Leider ist immer mit nachlässigen Mitarbeitern zu rechnen, die aus Bequemlichkeit oder vermeintlicher Zeitersparnis Schutzeinrichtungen außer Kraft zu setzen versuchen. Dieses im Arbeitsschutz als Manipulation von Schutzeinrichtungen bezeichnetet Phänomen soll durch eine entsprechende Konstruktion von vorneherein so weit als möglich verhindert werden.
  5. müssen ausreichend Abstand zum Gefahrenbereich haben.
    Die Norm EN 99 nennt einzuhaltende Sicherheitsabstände, wenn eine Person von einer nicht trennenden Schutzeinrichtung vor dem Erreichen von Gefahrenstellen geschützt werden soll.
  6. dürfen die Beobachtung des Arbeitsvorgangs nicht mehr als unvermeidbar einschränken.
    Je mehr eine Schutzeinrichtung die Bedienung einer Maschine oder Anlage und eine notwendige Beobachtung des Arbeitsprozesses behindert, desto eher geraten Beschäftigte in Versuchung, die Schutzeinrichtung zu umgehen, abzubauen oder irgendwie auszutricksen. Transparente trennende Schutzeinrichtungen oder solche mit Öffnungen verbessern in solchen Fällen die Arbeitsbedingungen.
  7. müssen die für das Einsetzen und/oder den Wechsel der Werkzeuge und zu Wartungszwecken erforderlichen Eingriffe möglichst ohne Abnahme oder Außerbetriebnahme der Schutzeinrichtungen zulassen, wobei der Zugang ausschließlich auf den für die Arbeit notwendigen Bereich beschränkt sein muss.
    Dieser letzte Punkt betont den Aspekt, trennende und nichttrennende Schutzeinrichtungen so zu gestalten, dass der Zugang einerseits auf den Bereich beschränkt ist, wo gearbeitet wird, andererseits aber auch Stellen für Wartung oder Einstellungen vorgesehen werden. Solche Einrichtungsstellen sollen möglichst außerhalb der Gefahrenbereiche angeordnet werden, so dass bei routinemäßigen Wartungstätigkeiten möglichst wenig Schutzeinrichtungen abgebaut werden müssen.

Darüber hinaus müssen trennende Schutzeinrichtungen oft vor mehreren Gefährdungen gleichzeitig schützen. Das kann z. B. zum einen der Schutz vor einem Herausschleudern von Gegenständen sein, zum anderen aber auch der Schutz vor von der Maschine verursachten Abgasen, Lärm oder anderen gesundheitsschädlichen Emissionen.

Risikobeurteilung bei mechanischen Gefährdungen mit der Software WEKA Manager CE

Ein aktueller Beitrag im jüngsten Update des Werks „CE-Kennzeichnung nach Maschinenrichtlinie“ beschäftigt sich ausführlich mit trennenden Schutzeinrichtungen. Der Autor Jörg Ertelt zeigt Schritt für Schritt am Beispiel die Risikobeurteilung bei einer mechanischen Gefährdung mithilfe der Software WEKA Manager CE. Die folgende Abbildung entstammt dem Beitrag „„Sichere Maschinen: Sicherheit gewährleisten mit trennenden Schutzeinrichtungen“.

Risikoabschätzung mit dem WEKA Manager CE
Risikoabschätzung im WEKA Manager CE

Bildquelle: CE-Kennzeichnung nach Maschinenrichtlinie, Autor. Jörg Ertelt

 

Der Fachartikel zeigt das Vorgehen, wie Sie Risiken ermitteln und einschätzen und daraufhin die geeignete Art der Schutzeinrichtung auswählen.

Wichtig dabei ist: Nach Wahl der Schutzmaßnahme müssen Sie das Risiko erneut einschätzen. Somit können Sie die Wirksamkeit der gewählten Maßnahme beurteilen.

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