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Risikoanalyse

CE-Kennzeichnung ohne Risikobeurteilung? Welche Frage!

Zur Konformität einer Maschine ist das vorgeschriebene Verfahren unverzichtbar

Kaum zu glauben, aber solche Fragen werden tatsächlich immer wieder gestellt!

Dabei ist doch längst bekannt:

Der Gesetzgeber verpflichtet den Konstrukteur, schon in der Designphase die Sicherheitsinteressen des Anwenders zu berücksichtigen. Das gelingt natürlich nur dann, wenn der Konstrukteur den Sicherheitsfaktor als elementare Komponente in die Maschine „hineinkonstruiert“. Inzwischen ist dieser Komplex als „Inhärente Sicherheit“ zum Begriff geworden.

Daraus ergibt sich:

Ein gewissenhafter Konstrukteur kann gar nicht anders, als das Maschinendesign von der Anwenderseite her zu entwickeln. Und genau deshalb muss er auch die Risiken des Anwenders beim bestimmungsgemäßen Gebrauch der Maschine nicht nur kennen, sondern diese auch objektiv beurteilen. Nur so entsteht eine transparente Systematik bei der Betrachtung typischer Gefährdungen und Risiken im Umgang mit Maschinen. Und nicht weniger wird bei der Umsetzung der Maschinenrichtlinie vor der CE-Kennzeichnung gefordert.

Zugegeben – die so erarbeitete Konformität erfordert manchen unvorhergesehenen Aufwand. Dieser ist aber unverzichtbar, wenn nicht die korrekte CE-Kennzeichnung auf der Strecke bleiben soll.

Eine Tatsache steht dabei jedoch im Vordergrund:
Die Wahl der besten Methode ist weit weniger wichtig als der Prozess selbst.

Zur Auswahl der Methode gelten aktuell folgende Grundsätze:
EN ISO 14121 (die verbindliche Maschinen-Sicherheitsnorm!) enthält Empfehlungen für die Risikobeurteilung von Maschinen.
EN ISO 13849 enthält Empfehlungen für die Risikominderung für sicherheitsbezogene Steuerungen und Schutzeinrichtungen von Maschinen. Diese Norm wird die EN 954-1 ablösen, die jedoch noch eine Weile angewendet werden kann.

Kompetenten Rat von Experten zu diesem höchst rechtssensiblen Bereich finden gewissenhafte Konstrukteure hier:
CE-Kennzeichnung

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0 Antworten auf „CE-Kennzeichnung ohne Risikobeurteilung? Welche Frage!“

Es handelt sich um eine Kesselanlage, die mit einer Konformitätserklärung im Jahr 2010 in Verkehr gebracht wurde, ohne vorherige Durchführung einer Risikobeurteilung.
Der Hersteller der Anlage weist daraufhin, dass eine Risikobeurteilung bei einer typengleichen im Jahre 2013 in Verkehr gebrachten Kesselanlage durchgeführt wurde, die er als „Musteranlage“ bezeichnet, und somit dieselbe Risikobeurteilung und dieselbe Konformitätserklärung für beide Kesselanlagen gelten. Ist dies korrekt?

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
S. Giorgas

Sehr geehrter Herr Giorgas,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider kann ich Ihre Anfrage auf Basis dieser Rahmendaten nicht wirklich beantworten.

Mir fehlen z.B. Informationen dazu, unter welche CE-Vorschriften den die Kesselanlage fällt bzw. 2010 gefallen ist.
Sind Sie denn der Betreiber der Anlage? Gibt es eine Konformitätserklärung zum Produkt und hat es eine CE-Kennzeichnung?

Evtl. können wir dazu einmal telefonieren: Tel. 08233-23-7101.

Beste Grüße, Ihre CE-Redaktion

Stephan Grauer

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