Gefährliche Produkte 2014: BAuA veröffentlicht aktuelle Zahlen

Vor wenigen Tagen hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ihren aktuellen Report zur Produktsicherheit in Deutschland vorgelegt. Der Bericht „Gefährliche Produkte – Informationen zur Produktsicherheit“ ist eine wertvolle Datenquelle für jeden, der sich mit den Bestimmungen des Produktsicherheitsgesetzes, Produktrückrufen und den Ursachen von Arbeitsunfällen beschäftigt. Lesen Sie nachfolgend die wichtigsten Befunde der Ausgabe 2014 des BAuA-Reports in der Zusammenfassung.

In Deutschland ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einer der zentralen Akteure im Themengebiet Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zu ihren hoheitlichen und staatlichen Aufgabenfeldern gehört auch die Produktsicherheit. Jedes Jahr veröffentlicht die BAuA eine Auswertung der ihr vorliegenden Meldungen über gefährliche technische Produkte. Diese wird regelmäßig als Bericht in der Reihe „Gefährliche Produkte – Informationen zur Produktsicherheit“ veröffentlicht.

China nach wie vor auf Platz 1, aber die Abstände werden geringer

Laut dem aktuellen, Anfang Dezember vorgelegten Bericht, stammt mit 31,5 Prozent fast jedes dritte wegen Mängeln beanstandete Produkt aus der Volksrepublik China. Danach folgen Produkte aus Deutschland mit 14 Prozent, gefolgt von Produkten aus den USA, Italien und Japan. Im Vergleich über mehrere Jahre fällt auf, dass der Anteil der gefährlichen Produkte aus China sinkt. Der Anteil beanstandeter deutscher Produkte schwankt zwischen 8 und 22 Prozent mit zuletzt ebenfalls abnehmender Tendenz.

Ob analog oder digital, elektronisch oder mechanisch – Produkte müssen sicher sein
Gefährliche Produkte

Bildquelle: thinkstock

 

Diese Daten zur Produktsicherheit liefert der BAuA-Report

Im BAuA-Bericht finden Sie Statistiken und Auswertungen zu folgenden die Produktsicherheit betreffenden Vorkommnissen:

  • nationale RAPEX-Meldungen
  • ICSMS-Behördenmeldungen
  • nationale Pressemeldungen
  • Produktrückrufe und -warnungen
  • Meldungen tödlicher Arbeitsunfälle

Hinweis: Aktuelle Informationen zu Produktrückrufen und Produktwarnungen finden Sie online im Produktsicherheitsportal der BAuA unter www.produktsicherheitsportal.de und www.rueckrufe.de.

Mehr zum internationalen RAPEX-Warnsystem (Rapid Exchange of Information System) für gefährliche Produkte lesen Sie in den Fachbeiträgen Europas Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte – 10 Jahre RAPEX und RAPEX spürt immer mehr unsichere Produkte auf – Elektrogeräte auf Platz 3.

Bei der Einteilung aller der BAuA bekannt gewordenen Produktmeldungen anhand der Rechtsgrundlage ihrer Beanstandung ergibt sich folgendes Bild.

Am häufigsten unter den Verstößen gegen das Produktsicherheitsgesetz waren

  • Beanstandungen aufgrund einer mechanischen Gefährdung wie z.B. Bruchgefahr aufgrund von Festigkeitsmängeln sowie
  • Beanstandungen aufgrund der Gefahr von Schnittverletzungen durch scharfe Kanten.

Maschinen häufige Ursache tödlicher Arbeitsunfälle

Lesenswert ist der neu erschienene Informationsdienst „Gefährliche Produkte 2014“ auch für Maschinenbauer und Konstrukteure. Denn in diesem Bericht finden Sie Informationen zum aktuellen Unfallgeschehen mit Geräten und Maschinen. Insgesamt 139 tödliche Arbeitsunfälle wurden der BAuA im vergangenen Jahr gemeldet, die im Zusammenhang mit technischen Produkten standen.

Häufigste Ursache waren Unfälle mit Maschinen, d.h. Unfälle mit Produkten, die unter die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG bzw. die Neunte Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Maschinenverordnung) fallen. Bei den Maschinentypen stehen Sondermaschinen und Anlagen an der Spitze, gefolgt von Baufahrzeugen, Kranen, Flurförderzeugen, Lkw und Arbeitsbühnen.

In mehr als 7 von 10 tödlichen Arbeitsunfällen war die Ursache auf menschliches Versagen zurückzuführen. Nur 5 Prozent der Unfälle gingen auf ein technisches Versagen von Materialien oder Bauteilen zurück.

Download-Link:Gefährliche Produkte 2014. Informationen zur Produktsicherheit„; Isabel Bentz, Annegret Bilinski, Tobias Bleyer, Jochen Blume, Vanessa Kuck; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; ISBN: 978-3-88261-029-1; 156 Seiten.

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