Gefährliche Produkte 2013: Deutschland hinter China auf Platz 2

Letzte Woche ist der neueste Jahresbericht „Gefährliche Produkte – Informationen zur Produktsicherheit“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erschienen. Die Dokumentation wertet alle vorliegenden Meldungen über gefährliche technische Produkte aus dem Jahr 2012 aus. Der Anteil gefährlicher Produkte aus chinesischer Produktion ist gesunken. Die Zahl der von Verbrauchern online gemeldeten Mängel hat sich mehr als verdoppelt.

In Deutschland wacht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nicht nur über sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, sondern auch über Produktsicherheit. Zu ihren Aufgaben zählen u.a.

  • das amtliche Bekanntmachen der deutschen Verkaufsverbote von beanstandeten Produkten durch Untersagungsverfügungen.
  • das Veröffentlichen von deutschen Produktrückrufen.
  • das Weiterleiten von Meldungen der deutschen Marktaufsichtsbehörden über gefährliche Produkte an die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten per RAPEX  und ICSMS.
  • das amtliche Bekanntmachen der Verzeichnisse von Normen, welche die Vermutungswirkung auslösen (Dies bedeutet, dass Konstrukteure davon ausgehen können, dass ein dieser Norm gemäß gestaltetes Produkt die wesentlichen Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit erfüllt ).
  • das Erfassen und Auswerten aller bekannten Produktmängel und das Veröffentlichen der Ergebnisse als jährliche Produktmängelstatistik.

Breite Quellenauswertung

Der letzte Punkt war Ende Juli wieder soweit und der Jahresbericht „Gefährliche Produkte – Informationen zur Produktsicherheit“  ist erschienen. Der Bericht berücksichtigt jedoch nur solche Produkte, die dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) unterliegen.

Folgende Quellen werteten die Mitarbeiter der BAuA für den Jahresbericht 2013 aus.

  • Untersagungsverfügungen, Produktwarnungen und Produktrückrufe
  • mehr als 900 Artikel und Meldungen aus deutschen Tageszeitungen
  • Meldungen des RAPEX-Systems („Rapid Exchange of Information System)
  • Meldungen des ICSMS-Systems der europaweiten Marktüberwachung, mit dem Verbraucher Mängel direkt melden können
  • Meldungen über tödliche Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit technischen Produkten

Diese BAuA-Jahresberichte geben einen Überblick über die Produkte, die am häufigsten betroffen sind, über die Art der Mängel und über häufige Ursprungsländer von mangelhaften Produkten.

 

An der Spitze der Mängelliste: Bedarfsgegenstände, Leuchtmittel und Stromverteiler

Über RAPEX, das Schnellwarnsystem der EU wurden im vergangenen Jahr 141 gefährliche Produkte aus Deutschland gemeldet. Die Statistik wird angeführt von Produkten, die gegen das Produktsicherheitsgesetz allgemein verstießen, darauf folgen Verstöße gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), gefolgt von Produkten, welche unter die Niederspannungs-Verordnung fallen. Verstöße gegen die Maschinenrichtlinie betrafen Kettensägen, einen Turmdrehkran sowie eine Antriebseinheit für Gartenbau-Geräte.

Über das ICSMS-System kamen 99 Meldungen, das sind mehr als doppelt so viele als noch ein Jahr zuvor. Offensichtlich wird dieses neue Meldesystem nach und nach bekannter und dadurch mehr genutzt. Zu den häufigsten Mängeln im Jahr  2012 zählten Verbraucher-Produkte für Heim und Freizeit, die sogenannten Bedarfsgegenstände. Beanstandet wurden meist mechanische oder elektrische Gefährdungen. Danach folgten Mängel bei Leuchtmitteln und Stromverteilern.

Ursprungsländer für Qualitätsmängel: Deutschland hinter China auf Platz 2

Interessant zu beobachten ist, dass der Anteil von chinesischen Produkten unter den RAPEX-Meldungen seit 2011 deutlich gesunken ist. Nur noch 46 der 141 Beanstandungen kamen aus China, dahinter kommt Detuschland auf Rang 2. Die BAuA-Experten wollen sich jedoch noch nicht festlegen, dies als Trend für eine Verbesserung von Produkten aus chinesischen Fabriken in Sachen Qualität und Sicherheit zu bewerten. Dafür sei es noch zu früh.

Interessant für Entwickler und Konstrukteure ist eine Übersicht der amtlichen Bekanntmachungen der Normenverzeichnisse zum ProdSG. Alle vom DIN Deutsches Institut für Normung e. V. umgesetzten harmonisierten Normen, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind, lösen die Konformitätsvermutung aus.

Die vollständigen Daten der Dokumentation lauten:
‚Gefährliche Produkte 2013 – Informationen zur Produktsicherheit; Isabell Bentz, Jochen Blume, Matthias Honnacker, Hans-Jörg Windberg, Tanja Wybierek; 1. Auflage. Dortmund/ Berlin/ Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013; 132 Seiten.
Der Download als PDF-Datei ist unter http://www.baua.de/dok/3865678 möglich.

Hinweis: Die im Dokument veröffentlichten Statistiken sind auch online über www.produktsicherheitsportal.de zugänglich.

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