Verbot schlegelartiger Schneidwerkzeuge für tragbare handgeführte Freischneider/Motorsensen

Die EU-Kommission verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten in einem Beschluss vom 19. Januar 2012 zur Durchsetzung eines Verbots über das Inverkehrbringen von schlegelartigen Schneidwerkzeuge, die aus mehreren miteinander verbundenen Metallteilen bestehen und für tragbare handgeführte Freischneider oder Motorsensen verwendet werden.

Schlegelartige Schneidwerkzeuge, die separat verkauft werden, um von dem Benutzer an einen Freischneider oder eine Motorsense montiert zu werden und für die es keine EG-Konformitätserklärung vom Hersteller gibt, werden als auswechselbare Ausrüstung im Sinne von Artikel 2 Buchstabe b der Maschinenrichtlinie bezeichnet.
Die harmonisierte Norm für tragbare handgeführte Freischneider/Motorsensen, EN ISO 11806:2008, enthält technische Vorschriften und Prüfungen, mit denen für eine ausreichende Festigkeit der Schneidwerkzeuge und das Risiko weggeschleuderter Gegenstände minimiert werden soll. Diese Norm sieht keine Schneidwerkzeuge vor, die aus mehr als einem Metallteil bestehen.

In der Vergangenheit kam es bereits zu einem tödlichen Unfall mit einem schlegelartigen Schneidwerkzeug für Freischneider/Motorsensen. Unter Benutzung eines schlegelartigen Schneidwerkzeugs wurde eine umherstehende Person durch ein herausgeschleudertes Kettenglied tödlich verletzt. Das Risiko eines Bruchs und des Herausschleuderns von Objekten bei Verwendung eines schlegelartigen Schneidwerkszeugs mit verbundenen Metallteilen ist wesentlich höher als bei einteiligen Metallschneidewerkzeugen. Auch angebrachte Schutzeinrichtungen können keinen ausreichenden Schutz vor diesen Risiken bieten. Somit erfüllen diese Produkte nicht die Anforderungen von Anhang I Nummer 1.3.2 und 1.3.3 der Maschinenrichtlinie und es ergeben sich erhebliche Risiken für schwere oder tödliche Verletzungen.

Die Mitgliedsstaaten haben bis zum 30. April 2012 Zeit, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um den Beschluss über das Verbot schlegelartiger Schneidwerkzeuge umzusetzen.

Den Beschluss (2012/32/EU) finden Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:018:0005:0006:DE:PDF

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