Die DIN EN 13478 zum Brandschutz und die Maschinenrichtlinie

Brandschutz ist ein wichtiger Faktor bei der Maschinen- und Anlagensicherheit. Maßnahmen zum Brandschutz sind bei der Konstruktion und Herstellung von Maschinen unverzichtbar. Dies geht bereits aus den grundlegenden Anforderungen der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG hervor. Für alle Maschinen, die in den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen, gilt die Norm DIN EN 13478. Sie gibt ein Niveau für die Brandsicherheit vor und fordert eine Analyse und Bewertung des Brandrisikos.

Ein neuer Beitrag in der jüngsten Aktualisierung des Werks „CE-Dokumentation nach Maschinenrichtlinie“ beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und der DIN EN 13478. Nachfolgend eine kurze Einführung.

Vorbeugender Brandschutz schon in der Konstruktion

Beim Brandschutz gemäß DIN EN 13478 und der Maschinenrichtlinie geht es weniger um die Möglichkeiten einer schnellen Brandbekämpfung im Notfall. Der Anspruch an die Konstruktion einer Maschine oder Anlage ist vielmehr, dass diese so geplant und gebaut wird, dass es erst gar nicht zu einem Brand oder eine Explosion kommen kann. Durch einen solchen vorbeugenden Brandschutz sollen Gefahren bereits an ihrer Ursache bzw. auslösenden Faktoren verhindert werden.

In Absatz 1.5.6 der Maschinenrichtlinie heißt es unmissverständlich, dass eine Maschine „so konstruiert und gebaut sein (muss), dass jedes Brand- und Überhitzungsrisiko vermieden wird.“ Dieses Risiko kann sowohl von der Maschine selbst ausgehen, „als auch „von Gasen, Flüssigkeiten, Stäuben, Dämpfen und anderen von der Maschine freigesetzten oder verwendeten Stoffen“.“

Technische Brandschutzmaßnahmen für Maschinen gemäß DIN EN 13478 soll Bränden in Unternehmen vorbeugen
Bildquelle: Thinkstock

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Was man zur DIN EN 13478 wissen sollte

Der Hersteller einer Maschine steht in der Pflicht, sicherzustellen, dass seine Maschinen sämtliche Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen erfüllt. Erst dann darf er eine EG-Konformitätserklärung ausstellen und die CE-Kennzeichnung anbringen. Harmonisierte technische Normen geben Anleitung bei der Umsetzung dieser Forderung.

Eine ganz wichtige dieser harmonisierten Normen ist die DIN EN 13478. Hier die für Konstrukteure und Hersteller interessanten Eckdaten. Die DIN EN 13478

  • lautet mit vollem Titel „Sicherheit von Maschinen – Brandschutz“.
  • besteht in der aktuellen Version von 2008.
  • bezieht sich auf die grundlegenden Anforderungen von Anhang I, Absatz 1.5.6 der Maschinenrichtlinie.
  • gibt u. a. vor, dass der Hersteller das Brandrisiko seiner Maschine durch eine Risikoanalyse ermitteln und anschließend bewerten muss.
  • bezieht sich auf die Durchführung der Risikobeurteilung nach EN ISO 12100.
  • betrifft die Anforderungen an den integrierten Brandschutz von Maschinen, der aus der Risikobewertung abzuleiten ist.
  • legt einige auf die technischen Brandschutzeinrichtungen bezogene Anforderungen an den Inhalt der Betriebsanleitung fest.
  • nennt Beispiele für mögliche Zündquellen.
  • definiert einige für den konstruktiven Brandschutz elementare Begriffe wie Feuer, Flamme, Glut oder Brandmeldeanlage.
  • ist als Typ-B-Norm unter der Maschinenrichtlinie harmonisiert.

Der letztgenannte Punkte bedeutet, dass die Konformitätsvermutung gilt. Das heißt, der Hersteller kann davon ausgehen, dass sein Produkt die auf die Norm bezogenen Anforderungen der Maschinenrichtlinie an Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllt, wenn er das Produkt nach den Vorgaben der Norm konstruiert hat.

Die DIN EN 13478 ist eine grundlegende, aber nicht die einzige Norm, welche Brandschutz für Maschinen zum Inhalt hat. Spezialisierte Normen für bestimmte Maschinen- und Anlagentypen können ebenso spezifische Brandschutzanforderungen stellen. So betrifft die DIN EN 50308 z. B. Schutzmaßnahmen für Windenergieanlagen und umfasst u. a. auch Regelungen zum Brandschutz an solchen Anlagen.

Brandschutz als Teil der Risikobeurteilung

Ob Windenergieanlage oder der (zum gewerblichen Einsatz im Friseursalon vorgesehene) Fön, der Hersteller muss alle Gefährdungen, die von seinem Produkt ausgehen können, ermitteln und bewerten. Dazu gehören auch Brandrisiken. Diese Bewertung ist zu dokumentieren und wird zum Bestandteil der technischen Dokumentation.

Hinweis: Im Werk „CE-Dokumentation nach Maschinenrichtlinie“ finden Sie Praxisbeispiele zur Risikobeurteilung für Maschinen, u. a. zu einem CNC-Drehautomaten und einem Prüfstand. Die zutreffende Normenliste wird jeweils angegeben und enthält auch die DIN EN 13478.

Zum Verdeutlichen von Brandursachen und -voraussetzungen wird in der Verbrennungslehre oft das sogenannten Brand- oder Verbrennungsdreieck verwendet (s. Grafik). Auch der Leitfaden zur Maschinenrichtlinie nennt dieses Dreieck explizit. Das Verbrennungsdreieck besagt, dass drei Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Feuer entstehen kann: ein brennbarer Stoff, Sauerstoff sowie eine Zündquelle. Der Begriff Zündquelle ist hier weiter gefasst als in der Umgangssprache. Auch Wärme (z. B. durch Erhitzung eines Maschinenantriebs) oder eine elektrische Entladung kann Zündquelle sein und bei räumlichem und zeitlichem Zusammentreffen mit Sauerstoff und einem brennbaren Material zur Brandursache werden.

Das Verbrennungsdreieck als Grundlage von Brandschutzmaßnahmen
Brandschutz DIN EN 13478

Bildquelle: Beitrag „DIN EN 13478 Brandschutz und die Maschinenrichtlinie – das müssen Sie wissen“ im Werk „CE-Dokumentation nach Maschinenrichtlinie“, Autorin: Elisabeth Wirthmüller (nach Leitfaden Maschinenrichtlinie Seite 222)

Konstruktiver Brandschutz kann an allen drei Faktoren ansetzen. Der Fachbeitrag nennt dazu Beispiele.

Feuerlöschanlagen bei Gefahr von Personenschäden

Die DIN EN 13478 ist für den Konstrukteur nützlich, da sie Elemente aufzählt, welche für die Beurteilung von Brandrisiken in Betracht zu ziehen sind. Bei der Bewertung des Brandrisikos spielen auch die zu erwartenden Brandschäden eine Rolle, und zwar sowohl die für Personen, für den Betrieb wie für die Umwelt. Dabei sind auch sekundäre Schäden, etwa durch Hitzeentwicklung oder Brandrauch, zu berücksichtigen. Die DIN EN 13478 nennt überdies Maßnahmen zur Minderung von Brandrisiken. Besteht die Gefahr, dass Personen zu Schaden kommen, kann es notwendig sein, automatische Brandmelde- und Löschanlagen in die Maschine zu integrieren.

Hinweis: Feuerlöschanlagen selbst sind in den meisten Fällen keine Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie. Brandmeldeanlagen oder Sprinklerstationen etc. fallen unter die frühere Bauprodukterichtlinie 89/106/EWG, abgelöst durch die Bauprodukteverordnung EU 305/2011. Bestimmte Komponenten einer Feuerlöschanlage können jedoch als Maschinen gelten, z. B. der Kompressor eines Druckwasserbehälters oder die Pumpe einer Sprinklerstation.

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