Update des WEKA Manager CE: Was ist neu an der Version CE 2.4?

Der WEKA Manager CE ist eine Software, die den Nutzer durch alle Schritte zur CE-Kennzeichnung und Konformitätsbewertung seines Produkts führt. Grundlage sind die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und weitere EG-Richtlinien. Das Programm wurde kürzlich überarbeitet und aktualisiert. Was ist neu in der aktuellen Version? In einem Webinar stellte der Referent Jörg Ertelt die neue Software vor.

Aufgrund des Updates liegt der WEKA CE Manager nun aktuell als Version 2.4 vor. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung des Webinars mit den wichtigsten Änderungen.

Überarbeiteter Assistent zum Interpretationspapier des BMAS

Ein neuer Assistent beruht auf dem Interpretationspapier zu wesentlichen Veränderungen an Maschinen, welches das BMAS im April veröffentlicht hat. Zentrale Frage ist und bleibt: Wann ist eine Veränderung wesentlich? Denn in diesem Fall sind die Konsequenzen erheblich! Es würde eine neue Konformitätserklärung zum jetzigen Stand notwendig werden.

Die aktuellen Anforderungen des neuen Interpretationspapiers sind nun in der Software hinterlegt. Es handelt sich um 3 Aspekte, bei denen eine Prüfung notwendig werden kann:

  1. Die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine wurde geändert oder erweitert.
  2. Die Leistung der Maschine wurde erhöht.
  3. Es wurden Eingriffe in die Sicherheit der Maschine vorgenommen. (Das Sicherheitsniveau darf nicht herabgesetzt werden!)

Es kommt keineswegs automatisch zu einer wesentlichen Veränderung! Es muss relativ viel passieren, wenn eine Veränderung als wesentlich gewertet werden soll.

Aktualisierte Fachinformationen

Unter „Fachinfomationen“ findet der Nutzer wichtige Dokumente. Zum Beispiel lassen sich wichtige Richtlinien im Original nachlesen. Die Inhalte dieser Rubrik wurden aktualisiert und erhalten nun auch z.B.

  • das neue Interpretationspapier des BMAS zu wesentlichen Veränderungen an Maschinen
  • die letzten Änderungen der RoHS-Richtlinie
  • die Messgeräterichtlinie in der aktuellen Fassung
  • die erst im Juni 2015 novellierte Betriebssicherheitsverordnung

Neue Navigationspunkte im Hilfe-Menü

Unter dem Menü Hilfe sind zwei neue Funktionen hinzugekommen.

  1. Webseminar: Damit lassen sich Online-Seminare (Webinare) auch nachträglich anschauen, wenn man die Teilnahme verpasst hat.
  2. Registrierung: Keine Angst, Sie müssen nicht die Software registrieren. Sie können sich aber registrieren, um über weitere Produkt-Updates auf dem Laufenden zu bleiben. Nach der Registrierung werden Sie vom Verlag automatisch per Mail informiert, wenn eine neue Version der Software vorliegt oder Seminare oder Webinare zur Software angeboten werden.

Neue Vorlagen zu den Stammdaten

Unter der Registerkarte Stammdaten findet man u.a. die Unterregister Produktbeschreibungen, „Bestimmungsgemäße Verwendung“ und „Vorhersehbare Fehlanwendung“. Diese Registerkarten wurden überarbeitet, es sind neue Seiten dazu gekommen, z.B. ein neues Formular zu den Grenzen der Maschine gemäß EN ISO 12100. Auch sind nun mehr mögliche „Vorhersehbare Fehlanwendungen“ hinterlegt als bisher.

Hinweis: Trotz der größeren Zahl an Vorlagen ändert sich nichts daran, dass Sie alle Vorlagen auf Ihre individuelle Maschine anpassen müssen, d.h. einzelne Punkte entfernen und ergänzen.

Neu: Produktbeschreibungsvorlagen

Neu sind auch die Vorlagen zur Produktbeschreibung. Diese sollen dem Anwender viel Arbeit ersparen. Sie können nun eigene Produktbeschreibungsvorlagen für Ihre Produkte anpassen, diese Vorlagen hinterlegen und auf eine Vorlage bei Bedarf zurückgreifen für z.B.

  • Produktbeschreibungen
  • bestimmungsgemäße Verwendung
  • vorhersehbare Fehlanwendung

Hinweis: Für die Produktbeschreibungsvorlagen nutzt das Programm das RTF-Dateiformat.

Risikoeinschätzung ist nun optional

Die Nützlichkeit des Registers Risikoeinschätzung wurde diskutiert. Das Register ist nun optional geworden. Sie können es weiter nutzen, dies ist aber weder vorgeschrieben noch wird es vom Programm verlangt. Die Funktion ist nun per Checkbox ab- und anwählbar.

WEKA Manager CE – den CE-Prozess komplett im Griff
WEKA Manager CE

Quelle: shop.weka.de

 

Hinweise auf Änderung von Projektnormen

In der Version 2.4 werden Sie automatisch informiert, wenn Normen korrigiert wurden oder wenn von Ihnen hinterlegte Normen inzwischen neu als Nachfolgenormen erschienen sind. Dieser neue Aspekt wird wichtig, wenn Sie ganze Projekte kopieren und und nun sofort sehen, ob Sie Ihre Normenrecherche neu angehen müssen. Der WEKA Manager hilft Ihnen, sicherzustellen, dass Sie auf dem neuesten Stand hinsichtlich Normen und Stand der Technik sind.

Normen aus diesem Register werden von der Software auch in der Konformitätserklärung oder der Einbauerklärung für unvollständige Maschinen ausgegeben. Wenn hier veraltete Normen auftauchen, kann das einer Marktüberwachungsbehörde schnell auffallen. Mit der neuen Funktion vermeiden Sie diese Schwachstelle.

Neue Funktionen zur Risikobeurteilung

Begründung für Gefährdungsgruppen: Bisher konnten Sie Begründungen für einzelne Gefährdungen hinterlegen, nicht für ganze Gruppen. Nun ist es global möglich, für die gesamte Gefährdungsgruppe eine Begründung anzugeben.

Ursprung jeder einzelnen Lebensphase: Neu ist, dass Sie den Ursprung einer Gefährdung nun jeder einzelnen Lebensphase zuordnen können.

Manuelle Eingabe von PL/SIL: Der Performance-Level nach EN ISO 13849-1 oder der SIL nach EN 62061 können nun direkt aus den einschlägigen Normen übernommen werden. Bei der Risikoeinschätzung haben Sie damit nun mehrere Möglichkeiten:

  • Risikobeurteilung nach EN SO 13489-1 oder
  • Risikobeurteilung nach EN 60261 oder
  • Performance Level aus Norm (Produktnorm, C-Norm) manuell eintragen oder
  • SIL aus Norm manuell eintragen.

Der Trend geht dahin, dass C-Nomen immer öfter auch den PL oder SIL angeben, diese werden in die Software einfließen.

Lesemodus für Gefährdungen: Gefährdungen werden aufgelistet wie bisher, aber es kommen neue Funktionen dazu, z.B. sind Schutzmaßnahmen hinterlegt.

Symbolekatalog: Neuer Filter und aktuelle GHS-Piktogramme

Neu ist die Möglichkeit der Filterung nach Symbolart und Symbolvorschrift. Außerdem wurden alle Symbole an die neuen Piktogramme nach GHS angepasst. Sie erkennen diese an den roten Rauten.

Technische Unterlagen attraktiver und besser sortiert

Das Register zu den Technischen Unterlagen wurde aufgeteilt in

  • regulatorische Dokumente, d.h. die Technischen Unterlagen nach Anhang VII MRL zur Nachweisdokumentation
  • organisatorische Dokumente wie Reports und Statusberichte

Der Fließtext der Nachweisdokumentation ist durch ein neues Layout deutlich attraktiver geworden.

Einbauerklärung mit GSGA als Nummern

Die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen (GSGA) bzw. deren Nummern aus Anhang I der MRL (so wie in den Schritten zuvor angewählt) lassen sich nun direkt in Einbauerklärungen übernehmen.

Dazu kommen diverse kleinere Änderungen der Software wie

  • Umstellung auf das DOCX-Format
  • verbesserte Rechtschreibkorrektur in den Editoren
  • Erleichterungen für Administratoren

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