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CE-Kennzeichnung

Rechtssichere Typenschilder von Maschinen? Die Antworten auf 7 häufige Fragen

Eine Maschine benötigt eine eindeutige und vollständige Kennzeichnung. Daher trägt sie das sogenannte Typenschild, den „Ausweis“ eines technischen Produktes. Auch wenn die Maschinenrichtlinie den Begriff Typenschild nicht explizit nennt, gibt ihm spätestens das Produktsicherheitsgesetz eine Rechtsgrundlage. Demnach soll die CE-Kennzeichnung sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Produkt oder seinem Typenschild angebracht sein.

Wozu benötigt eine Maschine ein Typenschild?

Ein Typenschild an einer Maschine dient dem Zweck einer eindeutigen Kennzeichnung. Mit dem Typenschild wird ein Produkt, eine Maschine oder eine Anlage eindeutig identifiziert und kann einem Hersteller oder Importeur zugeordnet werden.

Typenschild einer Dopppelschleifmaschine

Typenschilder Doppelschleifmaschine nach Maschinenrichtlinie
Typenschild einer Dopppelschleifmaschine; Bildquelle: Friedhelm Kring, Redaktionsbüro BIOnline

Ein Typenschild informiert den Käufer, Anwender, Benutzer etc. über Hersteller, Baujahr und CE-Konformität und liefert wichtige technische Angaben wie etwa Leistungsdaten und Sicherheitshinweise. Alle Produkte und Maschinen, die unter die Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) fallen, müssen über eine Kennzeichnung mit einem Typenschild verfügen. Wenn notwendige Angaben auf einem Typenschild fehlen, kann dies ein Anlass dafür werden, dass die Marktüberwachungsbehörden eingreifen.

Welche Angaben muss ein Typenschild enthalten?

Als Mindestanforderungen (gemäß Nummer Anhang I Nummer 1.7.3 MRL) an die Informationen auf einem Typenschild gelten:

  • die Bezeichnung der Maschine
  • der Firmenname und die vollständige Anschrift des Herstellers oder ggf. dessen Bevollmächtigten in der Europäischen Gemeinschaft
  • die CE-Kennzeichnung/das CE-Symbol
  • die Bezeichnung der Baureihe oder des Typs, ggf. die Seriennummer (Beachten Sie: Eine Seriennummer ist nicht verpflichtend. Wurde sie jedoch vergeben, gehört sie aufs Typenschild.)
  • die wichtigsten technischen Daten entsprechend der angewendeten Normen
  • das Baujahr; es gilt das Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde

    Diese Informationen werden nach Möglichkeit in Kurzform dargestellt, d. h. unter Verwendung von Symbolen, Zeichen und Abkürzungen. Das wichtigste dieser Embleme, das CE-Zeichen, muss explizit erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft angebracht sein.

    Platzierung des CE-Kennzeichens

    Das CE-Symbol sollte bei Maschinen nicht an beliebiger Stelle angebracht werden, sondern möglichst in direkter Nähe zu den Angaben zum Hersteller. Daher gehört die CE-Kennzeichnung in aller Regel aufs Typenschild. In Ausnahmefällen, wenn dies produkttechnisch nicht möglich ist, kann ein CE-Kennzeichen auch auf der Verpackung und in den begleitenden Dokumenten gezeigt werden. Auch das Produktsicherheitsgesetz gibt vor, dass – sofern nicht eine europäische Harmonisierungsrechtsvorschrift etwas anderes vorsieht – die CE-Kennzeichnung auf dem Produkt oder seinem Typenschild anzubringen ist.

    Nur ein CE-Kennzeichen pro Maschine

    An jeder Maschine darf übrigens nur jeweils einige einzige CE-Kennzeichnung angebracht werden. Dies gilt auch für den Fall, dass mehrere EG-Richtlinien für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung vorsehen.

    Hinweis: Normalerweise sollte man das CE-Zeichen erst nach Abschluss des Konformitätsbewertungsverfahrens anbringen, also am Ende der Produktionsphase. Befindet sich die CE-Kennzeichnung auf dem Typenschild, das man erst nach der abschließenden Inspektion der Maschine anbringt, lässt sich dieser Grundsatz leicht einhalten. Es kann jedoch Fälle geben, bei denen die CE-Kennzeichnung – etwa, wenn Sie Präge- oder Gießvorgänge entsteht – ein untrennbarer Bestandteil des Produkts oder einer seiner Komponenten ist. In diesen Fällen kann man das CE-Zeichen ausnahmsweise auch in früheren Stadien der Produktion anbringen. In diesem Sinne äußert sich auch der als „Blue Guide“ bekannte Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften der EU 2022. Diesen und viele weitere Hinweise zu Typenschild und CE-Kennzeichnung finden Sie in den Modulen zum Thema Produktsicherheit im Rahmen des WEKA Business Portals.

    Muster eines Typenschilds mit entsprechenden Aufschriften

    Typenschilder Muster Aufschriften
    Muster eines Typenschilds mit entsprechenden Aufschriften (Beispiel für eine Tauchsäge); Bildquelle: Friedhelm Kring, Redaktionsbüro BIOnline

    Welche weiteren Angaben kommen auf ein Typenschild?

    Zu den oben genannten Mindestangaben können je nach den Besonderheiten der Maschine weitere Informationen hinzukommen. Bei Elektrogeräten und Elektrowerkzeugen sind dies z. B. Angaben zur Spannung und Frequenz, Leistung, Stromaufnahme, IP-Schutzart, Schutzklasse, Nenndrehzahl o. ä., bei einem Heizkessel ist die Gasart angegeben usw.

    Auch Symbole zu Sicherheitshinweisen werden oft auf dem Typenschild angebracht, etwa zur Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung. Bei bestimmten technischen Produktgruppen schreiben die jeweiligen Produktnormen zum Teil recht dezidiert vor, welche Informationen und Angaben ein Typenschild enthalten muss.

    Übrigens: Oft sieht man auf Typenschildern auch ein Firmenlogo des Herstellers. Gesetzlich oder durch Normen gefordert ist das Anbringen eines solchen Logos jedoch nicht.

    Wie muss ein Typenschild technisch beschaffen sein?

    Typenschilder sollten den Arbeitsumgebungen der jeweiligen Maschine angemessen sein, also widerstandsfähig gegen die mechanischen und chemischen Belastungen beim Einsatz. Auch den zu erwartenden Einflüssen von Licht, Hitze, Kälte, Witterung usw. muss ein Typenschild standhalten. Materialien und Ausführung sollten so beschaffen sein, dass alle Angaben bei üblichen Betriebsbedingungen dauerhaft lesbar bleiben. Typenschilder werden daher oft aus eloxiertem Aluminium oder Edelstahl, manchmal auch aus Kunststoff hergestellt.

    Die jeweiligen Informationen werden eingeprägt, eingeätzt, eingraviert oder aufgedruckt. Hier gilt es, die geeigneten Materialien und Methoden passend zur Maschine auszuwählen. Geprägte Typenschilder haben den Vorteil, dass sie auch bei Verschmutzungen eher lesbar bleiben. Eloxierte Typenschilder sind kratz- und schlagfest und auch für raue Einsatzbedingungen geeignet.

    Form und Oberflächenbeschaffenheit (matt oder glänzend) von Typenschildern sind frei wählbar. Die Maschinenrichtlinie selbst äußert sich nicht explizit zur Gestaltung von Typenschildern. In der Aufzugsrichtlinie (2014/33/EU) ist die Rede von einem „mit dem Bauteil fest verbundenen Typenschild“. Dadurch kommt zum Ausdruck, dass ein Typenschild nicht – wie etwa ein Aufkleber – einfach ablösbar und austauschbar sein darf.

    Muss ein Typenschild übersetzt werden?

    Oft taucht die Frage auf, ob die Angaben auf einem Typenschild in die jeweilige Amtssprache des Kunden übersetzt werden müssen. Dies ist für das Typenschild selbst nicht der Fall. Gleichwohl gilt die Forderung an die Übersetzung in die Sprache des Empfänger- bzw. Verwenderlandes jedoch nach wie vor für alle Warn- und Sicherheitshinweise, die auf der Maschine angebracht werden!

    Benötigt eine in Eigenbau hergestellte Maschine auch ein Typenschild?

    Eine Maschine benötigt auch dann ein Typenschild bzw. ein neues Typenschild,

    • wenn die Maschine in Eigenbau und für den eigenen Bedarf hergestellt wurde und ausschließlich im eigenen Betrieb von den eigenen Beschäftigten genutzt wird, oder
    • wenn die Maschine so umgebaut, auf- oder umgerüstet wurde, dass dies als „wesentliche Änderung“ zu bewerten ist, und der Betreiber der Maschine somit zum (neuen) Inverkehrbringer wurde.

    Diese beiden Fälle entbinden nicht von den Pflichten laut Maschinenrichtlinie. Denn selbstverständlich müssen nicht nur die Standard-Modelle aus den Herstellerkatalogen die für den jeweiligen Maschinentyp geltenden grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen erfüllen. Auch Eigenbau-Maschinen, Sondermaschinen oder Maschinen nach technischen Änderungen müssen sicher sein. Daher muss auch in den beiden oben genannten Fällen für die Maschine ein Konformitätsverfahren durchgeführt, eine EU-Konformitätserklärung erstellt und ein Typenschild erstellt werden.

    Insbesondere nach einem Umbau, einer Aufrüstung oder anderen technischen Veränderungen muss gewährleistet sein, dass die Angaben auf dem Typenschild korrekt sind. Das heißt, die Herstellerangaben, die Leistungsdaten, ggf. die Sicherheitshinweise usw. müssen dem aktuellen Zustand der Maschine entsprechen und nicht die „historische“ Situation einer früheren, möglicherweise viele Jahre zurückliegenden Erstinbetriebnahme widerspiegeln.

    Wann kommt das digitale Typenschild für Maschinen in der Produktion 4.0?

    Im Zuge von Digitalisierung, Virtualisierung und Einsatz künstlicher Intelligenz, bei der Maschinen und Produktionsanlagen – bzw. ihre digitalen Zwillinge – immer autonomer agieren, ist absehbar, dass auch Typenschilder von der allumfassenden Vernetzung erfasst werden. Experten der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) arbeiten bereits an Normungsaufträgen zu digitalen Typenschildern. Eine eindeutige Identifizierung dieses „elektronischen Maschinenausweises“ könnte z. B. über einen weltweit geltenden URI (Uniform Ressource Identifier) erfolgen, so dass die wesentlichen Produktkennzeichnungen einer Maschine

    • stets über das Internet gefunden werden können bzw.
    • über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet ortsunabhängig abrufbar sind.

    Ein solches digitales Typenschild 4.0 erlaubt es, weit mehr Informationen zu übertragen als sein „haptisches“ Ebenbild aus Edelstahl oder Aluminium. Konsequent weitergedacht werden digitale Typenschilder es erlauben, global auf dynamische Maschineninformationen zuzugreifen. Daraus ergeben sich neue Chancen über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine – nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Wartung, für Prüfungen, für die Ersatzteillogistik oder im Hinblick auf die Fälschungssicherheit und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität.

    Das digitale Typenschild als erster Schritt auf dem Weg zum digitalen Maschinenzwilling

    Grafik digitales Typenschild als erster Schritt auf dem Weg zum digitalen Maschinenzwilling
    Quelle: Werk „Maschinenrichtlinie“: Typenschild und Co.: Welche Kennzeichnung muss auf die Maschine?; WEKA Media GmbH und Co. KG
    Übrigens: Im WEKA Manager CE geht es keineswegs nur um die Konformitätsbeurteilung gemäß der Maschinenrichtlinie. Die Software leitet Sie auch durch den Prozess einer CE-Kennzeichnung im Hinblick auf die Anforderungen der EMV- und der Niederspannungsrichtlinie. Dabei können Sie sie unter anderem nutzen, um formal korrekte Typenschilder und Konformitätserklärungen im Handumdrehen zu erstellen.

    Hier finden Sie alle relevanten Fakten zur Maschinenrichtlinie.

    20 Antworten auf „Rechtssichere Typenschilder von Maschinen? Die Antworten auf 7 häufige Fragen“

    Sehr geehrter Herr Ricke,

    die Frage gibt mir die Gelegenheit, auf den neuen Blue Guide 2022 hinzuweisen.

    https://www.weka-manager-ce.de/ce-kennzeichnung/blue-guide-2022-veroeffentlicht/

    Dieser „Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften“ beantwortet die Frage im neuen Kapitel 4.2.2.4.

    Dort werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Die Quintessenz ist aber: Eine Adresse auf dem Produkt muss auf jeden Fall eine Adresse innerhalb der EU sein.
    Entweder die des Herstellers, der Einführers, des Bevollmächtigten oder die des Fulfillment-Dienstleisters.

    Beste Grüße, Ihre CE-Redaktion

    Stephan Grauer

    Hallo zusammen,

    ich würde gerne wissen warum die IP Schutzart nicht immer auf einem Typenschild angegeben ist und wie ich herausfinden kann, um welche IP Schutzart es sich handelt. Vielen Dank im voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    Florian Hilt

    Sehr geehrter Herr Hilt,

    welche Angaben auf den Typenschildern zu machen sind, speist sich aus verschiedenen Quellen. Teilweise legen die CE-Vorschriften fest, was dort draufstehen muss.
    Es gibt aber auch Vorgaben, die aus Normen kommen und nur dann relevant sind, wenn die Norm auch angewandt wurde.

    Die Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code) sind z.B. in der EN 60529 geregelt und manche Normen verweisen dann darauf.

    Wenn Sie mehr zum Thema Typenschild lernen möchten, kann ich Ihnen auch das diesjährige CE-Update für Praktiker 2022 empfehlen.
    Eine Thema dort: Das Typenschild: Welche Inhalte und welche Form (analog, elektronisch)?
    https://www.weka.de/ps/ce-update

    Wenn die IP-Schutzklasse nicht auf dem Typenschild steht, dann vielleicht in der Anleitung. Ansonsten müssten Sie beim Hersteller nachfragen.

    Beste Grüße, Ihre CE-Redaktion
    Stephan Grauer

    Hallo CE-Redaktion,

    wir haben einen gebrauchten Druckbehälter demontiert und dabei ist das Typenschild zerkratzt worden und jetzt nicht mehr lesbar. Wir haben ein Foto vom noch intakten Typenschild. Ist es erlaubt ein neues Typenschild, mit dem gleichen Wortlaut des alten Typenschilds anfertigen zu lassen und anzubringen? Beim Hersteller können wir kein neues anfordern, weil es diesen nicht mehr gibt. Der Behälter selbst ist in einwandfreiem Zustand.

    Vielen Dank vorab für die Antwort
    Christoph Strassmayer

    Sehr geehrter Herr Strassmayer,

    Das ist eigentlich eine Frage für einen Rechtsanwalt.

    Grund: Mutmaßlich handelt es sich bei dem Typenschild um eine Urkunde, die der Hersteller des Druckbehälters seinerzeit ausgestellt hat.
    So hat ein Gericht das Fabrikschild, das gem. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) § 59 Fabrikschilder, sonstige Schilder, Fahrzeug-Identifizierungsnummer, auf jedem Fahrzeug angebracht werden muss, als Urkunde bezeichnet. Und die Fälschung bzw. den Austausch desselben als Urkundenfälschung eingestuft.

    Wenn das Fabrikschild mit Typenschild gleichgesetzt wird, dass der Hersteller des Druckbehälters auf diesem anbringen musste, würde im Fälschen bzw. Austauschen des Typenschild ebenfalls eine Urkundenfälschung zu vermuten sein.
    Rechtsgrundlage für die verpflichtende Anbringung eines Typenschilds mit entsprechenden Inhalten sind entweder die Druckbehälter-Richtlinie 2014/29/EU oder Druckgeräte-Richtlinie 2014/68/EU. Mangels weiterer Informationen zum Druckbehälter kann hierzu keine Aussage getroffen werden, was aber die Antwort nicht beeinträchtigt.

    Da der Hersteller nicht mehr greifbar ist, und sich aus der Betriebssicherheitsverordnung für den Arbeitgeber eine Informationspflicht aus § 6 Abs. 2 ergibt „Der Arbeitgeber hat ferner durch geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Beschäftigte bei der Verwendung der Arbeitsmittel die nach § 12 erhaltenen Informationen sowie Kennzeichnungen und Gefahrenhinweise beachten“, sollte das Typenschild (=Kennzeichnung) wieder angebracht werden.

    Eine Urkundenfälschung liegt m. E. dann nicht vor, wenn das Typenschild auf Basis der Fotografie korrekt reproduziert werden kann. Dabei sollten keine Informationen hinzugefügt, weggelassen oder geändert werden, damit sich der Arbeitgeber nicht dem Vorwurf der Urkundenfälschung aussetzt.

    Ausführung und Anbringung des Typenschilds sollte auf dieselbe Art erfolgen wie das ursprüngliche Typenschild.

    Das zerkratzte Typenschild und die Fotografie aufbewahren, um ggf. den Nachweis zu führen, dass es sich lediglich um den Ersatz des Original-Typenschildes handelt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihre CE-Redaktion

    Hallo,
    darf ein Produkt neben dem Typenschild mit CE-Kennzeichnung ein zweites Typenschild mit UKCA Kennzeichnung und verantwortlichem Importeur für den Britischen Markt haben oder ist generell nur ein Typenschild zulässig?

    Sehr geehrter Herr Möller,

    vielen Dank für den Kommentar. Der Blue Guide sagt dazu in Kapitel „4.5.1.7.CE-Kennzeichnung und andere Zeichen“:
    „Die Anbringung zusätzlicher Kennzeichnungen (wie eines geschützten Warenzeichens eines Herstellers oder sonstiger privater/nationaler Kennzeichnungen) ist statthaft, sofern sie zu keiner Verwechslung mit der CE-Kennzeichnung führen. Eine solche Verwechslung bezieht sich auf die Bedeutung oder Gestalt der CE-Kennzeichnung.“

    Es ist also möglich, dass die Informationen, die die CE-Vorschriften vorgeben, und die Informationen aus den UKCA-Regelungen auf einem Typenschild stehen.

    Beste Grüße, Ihre CE-Redaktion
    Stephan Grauer

    Hallo CE-Redaktion,
    wir haben eine Gesamtanlage mit mehreren Einzelkomponenten die ein Komplettsystem (Gesamtanlage) ergeben. Ich habe auf jedem Anlagenteil ein Einzeltypenschild ohne CE Zeichen. Wie sollte das Gesamttypenschild der Anlage aussehen und bezeichnet werden, auf das auch das CE-Zeichen vermerkt wird?
    Vielen Dank für ihre Antwort

    M.f.G. D. Berger

    Sehr geehrter Herr Berger,

    vielen Dank für diesen Kommentar. Der Leitfaden zur MRL führt dazu in § 38 Gesamtheiten von Maschinen aus:

    „Der Hersteller der Gesamtheit von Maschinen muss:

    − eine gesonderte Kennzeichnung (beispielsweise ein gesondertes Schild) an der Gesamtheit der Maschinen anbringen, welche die nach Nummer 1.7.3 und gegebenenfalls nach Nummer 3.6.2, 4.3.3 und 6.5 in Anhang I vorgeschriebenen Informationen einschließlich der CE-Kennzeichnung enthält;“

    Ergänzend dazu auch der Erwägungsgrund 22:
    „Die CE-Kennzeichnung muss gleichberechtigt neben der Angabe des Herstellers stehen und deshalb mittels der gleichen Technik angebracht werden wie diese. Um eventuell auf Bauteilen vorhandene CE-Kennzeichnungen von der CE-Kennzeichnung der Maschine zu unterscheiden, muss Letztere neben dem Namen dessen angebracht werden, der für die Maschine verantwortlich ist, d. h. neben dem Namen des Herstellers oder seines Bevollmächtigten.“

    Gemäß Kapitel 1.7.3 des Anhang I umfassen die Informationen auf dem Typenschild auch die Bezeichnung der Maschine (bzw. der in diesem Fall der Gesamtheit von Maschinen).

    Beste Grüße

    Ihre CE-Redaktion, Stephan Grauer

    Hallo,
    Ich habe einen Kaffeeröster der auch in die Maschinenrichtlinien fällt, es ist ein Typenschild am Röster mit CE und allen sonstigen Daten sichtbar am Gerät angebracht.
    Nun wurde mir gesagt, dass der Brenner, welches ja ein Bauteil der Maschine ist, auch ein Typenschild benötigt. Es stehen aber alle relevanten Informationen zum Brenner und den darin verbauten sicherheitskomponenten in der Bedienungsanleitung.

    Muss da wirklich auch ein Typenschild auf den Brenner?

    Beste Grüße

    Sehr geehrter Herr Ehlers,

    vielen Dank für Ihren Kommentar.

    Grundsätzlich ist in Kapitel 1.7.3. des Anhang I MRL die Kennzeichnung der Maschinen geregelt.

    Dort heißte es aber auch „… müssen mindestens folgende Angaben …“ angebracht sein.
    D.h. je nach dem, um welchen Maschinentyp es sich handelt können noch weitere Angaben nötig sein. Weitere Angaben können sich auch aus Normen oder anderen CE-Vorschriften ergeben.
    Ich kann das für Ihr Produkt aus der Ferne nicht beurteilen, aber u.U. ist hier an die Verordnung (EU) 2016/426 für Gasgeräte zu denken. Dort sind z.B. in Anhang IV weitergehende Aufschriften für das Gerät oder die Datenplakette aufgeführt.

    Im Zweifel kann Ihnen hier auch die Marktaufsichtsbehörde sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

    Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre CE-Redaktion, Stephan Grauer

    Sehr geehrte Redaktion,

    nachdem wir eine Revision an einer Schaltanlage durchgeführt haben möchten wir ein neues Typenschild mit den geänderten Parametern anbringen. Müssen wir die Daten des ursprünglichen Herstellers vermerken oder dürfen wir ausschließlich unsere Firmendaten aufdrucken?

    Beste Grüße
    Klaus Bergmann

    Sehr geehrter Herr Bergmann,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Daraus wird nicht ganz klar, was Sie unter einer „Revision“ verstehen. Wenn Sie damit meinen, dass das Produkt wesentlich verändert wurde, dann gelten Sie bezüglich der CE-Vorschriften auch als Hersteller und das Produkt wird als neues Produkt im Sinne der CE-Vorschriften betrachtet.

    Siehe dazu Blue Guide
    „Ein Produkt, an dem nach seiner Inbetriebnahme erhebliche Veränderungen oder Überarbeitungen mit dem Ziel der Modifizierung seiner ursprünglichen Leistung, Verwendung oder Bauart vorgenommen worden sind, die sich wesentlich auf die Einhaltung der Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union auswirken, ist als neues Produkt anzusehen. Dies ist von Fall zu Fall und insbesondere vor dem Hintergrund des Ziels der Rechtsvorschriften und der Art der Produkte im Anwendungsbereich der betreffenden Rechtsvorschrift zu entscheiden. … folglich muss überprüft werden, ob das modifizierte Produkt die geltenden wesentlichen Anforderungen einhält, und muss derjenige, der die Veränderungen vornimmt, dieselben Anforderungen erfüllen wie der eigentliche Hersteller, beispielsweise technische Unterlagen erarbeiten, die EU-Konformitätserklärung ausstellen und die CE-Kennzeichnung am Produkt anbringen.“

    Die Entscheidung, ob eine solche Modifizierung vorliegt, ist wie gesagt immer eine Einzelfallbetrachtung. Ist dem aber so, dann müssen Sie als Hersteller nicht nur ein neues Typenschild anbringen, sondern auch eine neue CE-Kennzeichnung sowie alle anderen Herstellerpflichten (z.B. Konformitätserklärung) erfüllen.

    Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Beste Grüße

    Ihre CE-Redaktion

    Hallo!
    Müssen Typenschilder an Maschinen mit Baujahr vor 2009 gut lesbar und sichtbar nach Aussen umgesetzt werden, insofern diese ursprünglich z.B. innen im Schaltschrank angebracht waren? (Maschine ist ansonsten im Originalzuistand)

    Sehr geehrter Leser,

    vielen Dank für diese Frage, die ich aber leider mit den vorliegenden Informationen nicht abschließend beantworten kann.

    Grundsätzlich ist die Kennzeichnung der Maschine in der MRL 2006/42/EG im Anhang I, 1.7.3 geregelt. Da sich Ihre Frage auf ältere Maschinen bezieht, müsste man für die Beantwortung wohl die alte MRL RL 98/37/EG heranziehen. Dort ist die Kennzeichnung an derselben Stelle geregelt:
    „1.7.3 Kennzeichnung
    Auf jeder Maschine müssen deutlich lesbar und unverwischbar die folgenden Mindesthinweise angebracht sein:
    – Name und Anschrift des Herstellers,
    – CE‐Kennzeichnung (siehe Anhang III),
    – Bezeichnung der Serie oder des Typs,
    – gegebenenfalls Seriennummer,
    – Baujahr.“

    Im Gegensatz zur neuen MRL 2006/42/EG fehlt hier noch der Zusatz „erkennbar“. Denn in der aktuellen Fassung heißt es:
    „1.7.3 Kennzeichnung der Maschinen
    Auf jeder Maschine müssen mindestens folgende Angaben erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft angebracht sein: ….“

    Der Leitfaden zur MRL 2006/42/EG sagt dazu in §250:
    „… Die Kennzeichnung muss also an einer von außen sichtbaren Stelle an der Maschine angebracht werden und darf nicht hinter oder unter Maschinenteilen versteckt sein. …“

    Insofern kann ich nicht beurteilen, ob das Anbringen „innen im Schaltschrank“ noch konform zur alten MRL war.

    Was ich auch nicht weiß, ist der Beweggrund, der Sie jetzt veranlasst, das Typenschild umzusetzen.
    Im Zweifel müssten Sie das mit der zuständigen Marktaufsichtsbehörde abklären, die Ihnen hinsichtlich der produktsicherheitsrechtlichen Anforderungen eine verbindliche Auskunft geben kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stephan Grauer

    Hallo,
    wir haben in unseren Maschinen mehrere Gleichstrommotoren die im Normalfall nie gleichzeitig unter Volllast laufen. Jeder Motor hat eine Leistungsaufnahme von max. 120 Watt. Bei 50 Motoren hätten wir also theoretisch eine (Nenn) Leistung von 6 KW. In der Praxis liegen wir jedoch im Bereich 2KW. Im Hauptschaltschrank sichern wir mit 20A ab.
    Unserer Frage ist nun, welchen Strom bzw. Leistungswert wir auf dem Typenschild eintragen müssen.
    Den theoretisch maximalen Wert oder den in der Praxis typischen Wert, oder den abgesicherten Wert.

    Sehr geehrter Leser,

    für die Angaben auf dem Typenschild gibt es mehrere Quellen. Da sind zum einen die CE-Vorschriften wie die Maschinenrichtlinie, die allgemeine Anforderungen regeln (z.B. Name und Anschrift des Herstellers sh. Anhang I 1.7.3). Teilweise gibt es spezielle Anforderungen für bestimmte Maschinengattungen (z.B. Nennleistung für mobile Maschinen in Anhang I 3.6.2).

    Dazu kommen dann aber noch Anforderungen aus einschlägigen Normen. Leider kann ich hier nicht sagen, was genau für Normen in Ihrem Fall zur Anwendung kommen (könnten). Eine gute Quelle könnte aber die EN 60204-1 sein.

    Leider sind aber auch die Angaben in den Normen nicht immer ganz zufriedenstellend, weil dort auch nicht alle Einzelfälle wie der Ihre ganz konkret behandelt werden. Insofern kann es hilfreich sein, sich mit so einer Fragestellung direkt an die Marktaufsichtsbehörde zu wenden – oder an einen kompetenten CE-Berater.

    Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stephan Grauer

    Hallo
    gebe ich auf dem Typenschild die Postleitzahl des Herstellwerkes, des Hauptsitzes oder beispielsweise das Postfach an.

    Hallo Herr Bauer,

    auch hier sind die Vorgaben im Anhang I der Maschinenrichtlinie zu finden:
    „1.7.3 Kennzeichnung der Maschinen
    Auf jeder Maschine müssen mindestens folgende Angaben erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft angebracht sein:
    − Firmenname und vollständige Anschrift des Herstellers und gegebenenfalls seines Bevollmächtigten, …“

    Der Leitfaden führt dazu in § 250 aus:
    „Der Begriff „vollständige Anschrift“ bezeichnet eine Postanschrift, die als Empfangsanschrift des Herstellers für Briefsendungen ausreicht. Der Name des Landes oder der Stadt alleine reicht nicht aus. Eine Pflicht zur Angabe der E-Mail-Adresse oder der Website des Herstellers besteht nicht, diese Angaben können jedoch zweckmäßigerweise mit aufgeführt werden.“

    Ansonsten gilt das, was im Blue Guide dazu steht. Siehe dort Kapitel 3.1.
    Z.B. dass nur eine Anschrift und nicht mehre auf das Produkt gehören und dass normalerweise eine Anschrift aus Straße und Hausnummer oder Postfach und Nummer sowie der Postleitzahl und dem Ort besteht; dies ist jedoch nicht in allen Ländern der Fall.

    Ein Hintergrund dieser Vorschrift im Rahmen des Produktsicherheitsrechts ist schlicht und ergreifend, dass die Marktaufsicht den Hersteller einfach rückverfolgen kann und dann auch ohne große Recherche eine passende Anschrift hat.

    In 4.2.2.1 wird noch ergänzt:
    „In der Anschrift muss eine zentrale Stelle angegeben sein, unter der der Hersteller kontaktiert werden kann, insbesondere von den Marktüberwachungsbehörden. Der Hersteller ist rechtlich verpflichtet, auf dem Produkt eine solche zentrale Stelle anzugeben. Je Produkt ist nur eine zentrale Stelle zulässig. Dies ist nicht notwendigerweise die Anschrift, an der der Hersteller tatsächlich seinen Sitz hat. Dies kann beispielsweise die Anschrift eines Bevollmächtigten oder des Kundendienstes sein.“

    Beste Grüße

    Stephan Grauer

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