Nur geschönte Bildchen in der Betriebsanleitung bewirken gar nichts

Eine Betriebsanleitung ohne Angabe der Restrisiken macht die CE-Kennzeichnung ungültig

Natürlich ist gegen pikobello Grafiken und qualitativ hochwertige Fotos in der Betriebsanleitung nichts einzuwänden – im Gegenteil! Die Maschinenrichtlinie fordert sogar konkret in Anhang I Abschnitt 1.7.4 solche wesentlichen Bestandteile in Betriebsanleitungen. Immer jedoch unter der Voraussetzung, dass Aussagen und Abbildungen wirklich der Instruktion des Anwenders dient.

Deshalb ist der Hersteller auch verpflichtet, Informationen zu Restrisiken offen darzulegen und deutlich zu formulieren. Schamhaftes Verstecken solcher Details (etwa im Anhang oder in mikrokleingedruckten Fußnoten) ist schon lange kein Kavaliersdelikt mehr – sondern eine Straftat.

Ganz abgesehen davon, dass solche Tricks in der Betriebsanleitung die CE-Kennzeichnung ungültig machten. Was wiederum dazu führen würde, dass die betreffende Maschine EU-weit nicht in Verkehr gebracht werden dürfte.

Von den Anforderungen an die Betriebsanleitung nicht zu trennen ist auch eine der wichtigsten Bestimmungen der Maschinenrichtlinie – zur Technischen Dokumentation. Auch EN ISO 14121 sagt dazu in Abschnitt 9:

Die Risikobeurteilung muss so ausgeführt werden, dass es möglich ist, den Verfahrens-weg und die erreichten Ergebnisse zu dokumentieren.

Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger als:
Die Technische Dokumentation ist von Anfang an dabei; sie beginnt sozusagen mit dem ersten Federstrich.

Häufig haben die Bearbeiter von Risikobeurteilungen ein großes Problem mit der Frage, was da eigentlich dokumentiert werden soll.

Aktuellen Expertenrat zu diesem Thema und weitere wichtige Informationen finden Sie hier:
Betriebsanleitung

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